Medien : Publizistische Vielfalt, nicht Vielzahl

Der Kölner „Express“ wird 40 Verleger Neven DuMont plädiert für mehr Kooperation zwischen Verlagen

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Das vierzigjährige Bestehen seiner Boulevardzeitung „Express“ nimmt der Kölner Verleger Alfred Neven DuMont zum Anlass, um für mehr Kooperationsmöglichkeiten zwischen Zeitungsverlagen zu plädieren. „Wenn ich eine gemeinsame Druckerei oder einen gemeinsamen Vertrieb habe oder wenn Anzeigenteile zusammengelegt werden, tut das der publizistischen Qualität oder Vielfalt keinen Abbruch, es stützt sie oder hebt sie sogar“, sagte der 76Jährige am Wochenende. Damit forderte der Verleger und Herausgeber von „Kölner Stadt-Anzeiger“, „Mitteldeutscher Zeitung“ und „Express“ erneut eine Lockerung der „kartellrechtlichen Enge“, wobei er betonte, dass es bei der Frage der publizistischen Vielfalt nicht um die „bloße Vielzahl“ der Titel gehen dürfe.

„Eine Kooperation darf nicht erst möglich sein, wenn eine Zeitung tief im Keller ist“, sagte Neven DuMont und verwies auf sein Engagement bei der „Kölnischen Rundschau“. Das Bundeskartellamt hatte der Übernahme der Verlagsrechte durch den Verlag M. DuMont Schauberg Ende 1998 nur zugestimmt, weil die „Kölnische Rundschau“ sonst höchstwahrscheinlich ganz vom Markt verschwunden wäre. Redaktionell ist die „Kölnische Rundschau“, deren Verleger Helmut Heinen zugleich Präsident des Bundes deutscher Zeitungsverleger ist, nach wie vor unabhängig.

Der „Express“ erschien erstmals am 2. März 1964 als Reaktion auf drohende Konkurrenz durch ein Boulevardblatt mit dem Titel „Mittag“. Zunächst verkaufte der „Express“ rund 30 000 Exemplare. Zwei Jahre nach seiner Gründung wurde es um eine Bonner, 1967 um eine Düsseldorfer Ausgabe erweitert, so dass sich die Auflage innerhalb von drei Jahren verzehnfachte. Der „Express“ verkauft mit seiner Mischung aus Boulevardeskem und Lokalkolorit im Rheinland mehr als die „Bild“-Zeitung. Aktuell findet der „Express“ täglich 242 000 Käufer, das sind 3,4 Prozent weniger im Vergleich zum Vorjahr. dpa/usi

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