Quatschen nach Schema : Neun ARD-Chefs suchen ein Talkmodell

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Entscheidungen dauern in der ARD immer etwas länger, insbesondere, wenn die Zeit nicht zu drängen scheint. An der Frage, ob und wie die einst beschlossene Grundlinie, erst die „Tagesthemen“ um 22 Uhr 15 und dann die Talks um 22 Uhr 45 in eine Programmpraxis umgesetzt werden kann, werden die neun Intendanten weiter knabbern. Das Grundmodell für die Zeit ab Herbst 2011 steht: Günther Jauch am Sonntag, „Beckmann“ montags, „Anne Will“ wandert wegen Jauch von Sonntag auf Dienstag, „Hart aber fair“ bleibt am Mittwoch, „Menschen bei Maischberger“ wechselt von Dienstag auf Donnerstag. Die Maischberger-Show liefe partiell parallel zu „Maybrit Illner“, wäre vom Ersten freilich nicht als „Kampf-Programmierung“ gegen das Zweite gemeint, alldieweil die Themen und die Gäste von „Menschen bei Maischberger“ weniger streng politisch definiert werden.

Diese Aufteilung der Talks hätte eine Mehrheit während der ARD-Intendantentagung gefunden. Nun war aber die wichtigste Stimme in der Runde, WDR-Chefin Monika Piel, nicht vertreten. Also wurde ein Meinungsbild erstellt und keine Entscheidung getroffen. Es darf davon ausgegangen werden, dass Monika Piel für ihr Sondermodell – Plasbergs Talk „Hart aber fair“ am Mittwoch vor den „Tagesthemen“ – weiter auf Stimmenfang gehen wird. Die ARD talkt auch intern sehr gerne. Titel: „Alle Reden Durcheinander.“ Joachim Huber

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