"Quizduell" - missglücktes Debüt : Hacker vermasseln Jörg Pilawa die Show

Was für eine missglückte Premiere: Die neue Show von Jörg Pilawa, die auf einer Quiz-App basiert, wurde gehackt - es gab kein Internet. Heraus kam dann Quizduell unplugged.

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Keine Verbindung zum Internet. Die Show ist von Computerfreaks gehackt worden, sagte Moderator Jörg Pilawa nach der ersten Werbeunterbrechung. 15 000 Server weltweit waren blockiert. Einfach so.

Selten ist eine Show-Premiere dermaßen gründlich in die Hose gegangen. Doch der Reihe nach. Mehr als 16 Millionen Menschen haben sich in Deutschland die „Quizduell“-App aufs Smartphone geholt, um gegeneinander zu spielen, zu raten. Das maue Vorabendprogramm hat die ARD so einfallslos gemacht, dass sie sich diese Trend-App samt Allzweckwaffe Jörg Pilawa ins Vorabendprogramm geholt hat. Motto: Lass’ uns doch mal was mit ’ner App machen! Am Montag, 18 Uhr, war Premiere. Und dann das: kein Internet.

Das Spielprinzip: Im Grunde ja unverwüstlich gut. Mit einer für TV-Zwecke erweiterten App wählen sich Frage-Freaks live in die Sendung ein und raten in verschiedenen Kategorien gegen ein Vierer-Rateteam. Wie auf der App geht es in Dreier-Fragerunden maximal über sechs Stufen bis zum Sieg. Zwischen vier Antwortmöglichkeiten kann gewählt werden. Gespielt wird in Echtzeit. Die Antwort, auf die die meisten Kandidaten außerhalb des Studios setzen, gilt. Wenn das Internet denn funktioniert


Die Begrüßung: Nervosität kennt der Moderator nicht, nachdem ZDF-Rückkehrer Pilawa in den vergangenen Jahren zwischen Talk, Gala und kleinem Quiz so ziemlich alles weg moderiert hat. Aber, liebe ARD, wenn in der Programmzeit 18 Uhr steht, dann sollte es eigentlich auch um pünktlich 18 Uhr anfangen und nicht schon um 17 Uhr 55.


Die Kandidaten. Hat man so oder so ähnlich schon in diversen Quizshows gesehen. Lehrer, die HBO-Serien gucken. Ein bisschen jünger vielleicht, das freut die Werbeplanung fürs Vorabendprogramm. Dazu 173 000 Rätselfreunde, die sich haben draußen mittels App registrieren lassen: das „Team Deutschland“. Durchschnittsalter: 38.


Mitspielfaktor: Eben. Team Deutschland, schön wär’s. Daueranzeige auf der Smartphone-App des (registrierten) TV-Kritikers, trotz Internet-Verbindung: „Nochmal versuchen“. Die Server dauer überlastet. Ergebnisse, Antworten von draußen - vom „Team Deutschland“ - für den armen Pilawa kamen nicht rein. Der wandte sich in seiner Not ans Studiopublikum und spielte 45 Minuten „klassisches Quiz ohne App“. Quizduell unplugged.


Die Atmosphäre: Das kommt davon. Eine Live-Show verzeiht keine Pannen. Immerhin, Pilawa überspielte mit gewohntem Charme die Pleite mit dem Netz.

Schwerste Frage: Welches Land gewann am Wochenende den ESC?


Der Günther-Jauch-Faktor. Ist vorhanden. Jauch braucht bei „Wer wird Millionär?“ aber nur ein funktionierendes Telefon.


Die Perspektive: Schwer einzuschätzen nach diesem missglückten Debüt. Die Server müssen halt laufen. Sonst kann nicht „Quizduell“ gespielt werden. Für drei Wochen wird’s dann wohl reichen. Danach vielleicht doch wieder „Verbotene Liebe“.


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