Raab-Show : Statt Altmaier kommt jetzt Michael Fuchs

Nach dem Wirbel um Peter Altmaiers Absage in der neuen ProSieben Talksendung "Absolute Mehrheit" konnte zwar ein neuer Gast gefunden werden, die Diskussion um das neue Format geht aber weiter.

An der neuen Polit-Talksendung von Stefan Raab scheiden sich die Geister.
An der neuen Polit-Talksendung von Stefan Raab scheiden sich die Geister.Foto: dapd

Stefan Raab ist im Bundestag in letzter Minute fündig geworden: Nach der Absage von Bundesumweltminister Peter Altmaier wird jetzt der CDU-Wirtschaftsexperte Michael Fuchs in der neuen ProSieben-Show „Absolute Mehrheit“ auftreten. Fuchs gilt im Parlament als sehr kritikfreudiger Politiker, er ist Fraktionsvize der Union.

Weitere Gäste bei Stefan Raab sind an diesem Sonntagabend um 22.45 Uhr der SPD-Bundestagspolitiker Thomas Oppermann, der FDP-Chef im Kieler Landtag, Wolfgang Kubicki MdL, der Linken-Politiker Jan van Aken und die Unternehmerin Verena Delius.

Sie ist Geschäftsführerin der Bildungssoftware-Firma Goodbeans. In der ersten Show soll es um soziale Netzwerke, Steuergerechtigkeit und Energiewende gehen. In der Sendung diskutieren die Gäste mit dem Ziel, die absolute Mehrheit der Zuschauer hinter sich zu versammeln und 100 000 Euro zu kassieren.

Altmaier (CDU) hatte nach einem Wirbel um die angebliche Ausladung des Grünen-Politikers Volker Beck wieder abgesagt. Der Grund dafür war aber nach Angaben des Ministerbüros, dass die Redaktion von „Absolute Mehrheit“ Altmaier noch vor wenigen Wochen Hannelore Kraft oder Andrea Nahles als SPD-Kontrahent zugesichert habe.

Bei Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) stößt das Konzept der Sendung auf Unverständnis. „Das ist absoluter Unfug. Wer Geld für Meinungen aussetzt, bestellt Meinungen für Geld“, sagte Lammert dem „Westfalen-Blatt“ (Freitagausgabe). Der Medienwissenschaftler Bernd Gäbler befürwortet dagegen Raabs Experiment. „Raab ist das, was die ARD nicht ist: innovativ“, sagte der ehemalige Geschäftsführer des Grimme-Instituts der Zeitung. Der ProSieben-Moderator habe eine „erfrischende antiautoritäre Art“ und könne mit Diskussionen über Facebook, Datensicherheit oder Tierschutz ein junges Publikum gewinnen, das die ARD mit ihren Talkshows nicht erreiche.

Raab sagte: „Die Qualität unserer Sendung hängt nicht vom Erscheinen einer einzelnen Person ab. Wir freuen uns auf eine muntere Diskussion am Sonntagabend.“ Zur Gewinnsumme von 100.000 Euro sagte der Moderator: „Was der Politiker damit macht, stellen wir ihm frei. Er muss sie nicht spenden“, sagte Raab dem Magazin „Stern“. Gelingt dies keinem der Gäste, fließt die Gewinnsumme in den Jackpot für die nächste Show. Unterstützt wird Raab von ProSiebenSat.1-Nachrichtenchef Peter Limbourg, der am Ende jeder Gesprächsrunde das Geschehene zusammenfasst und analysiert. (dpa/dapd)

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