Radio : ARD-Sender in der Hörergunst weiter vorn

Das Radio bleibt ein wichtiges Medium. Die Privatsender legen zu, die ARD-Wellen sind aber weiter am beliebtesten. In der Region Berlin-Brandenburg ist Antenne Brandenburg der meistgehörte Radiosender.

Frankfurt/MainIm Wettbewerb um die Gunst der Radiohörer bleiben die ARD-Wellen trotz Verlusten vor den Privatsendern. Die fast 60 öffentlich-rechtlichen Wellen erreichen jeden Werktag im Schnitt 33,68 Millionen Hörer und damit rund 52 Prozent der Bevölkerung. Dies geht aus der in Frankfurt veröffentlichten Media-Analyse hervor. Im Vergleich zur Erhebung vom März dieses Jahres verloren die ARD-Sender 340.000 Hörer (minus ein Prozent). Die Privatsender kommen auf 28,96 Millionen Hörer. Das entspricht einem Plus von 220.000 Hörern (plus 0,8 Prozent).

Werden alle Sender mit Werbung verglichen, dann sind die Privaten weiter an der Spitze. Sie werden pro Stunde von montags bis samstags (6-18 Uhr) von 10,34 Millionen eingeschaltet, ein Plus von 1,5 Prozent. Auch die werbetreibenden ARD-Sender gewannen in dieser Kategorie 1,2 Prozent hinzu und erreichen nunmehr 9,67 Millionen.

Unter den über 260 Sendern ist das private Radio NRW weiter Marktführer. Bei 1,42 Millionen Hörern pro Stunde (Bruttoreichweite: 1,49 Millionen) verlor der Senderverbund jedoch 0,9 Prozent. Die private Antenne Bayern erlitt mit einem Minus von über neun Prozent zwar erneut einen Einbruch, bleibt jedoch mit 985.000 Hörern auf Platz zwei. Dahinter kommt die private Radio-Kombi Baden-Württemberg mit 960.000 Hörern (plus 3,4 Prozent). Die Baden-Badener Welle SWR 3 gewann fast zehn Prozent hinzu und ist mit 949.000 Hörern nunmehr der meist gehörte öffentlich-rechtliche Sender in Deutschland. Über zehn Prozent verlor dagegen der Kölner Sender WDR 4, der nur noch 835.000 Menschen erreicht.

Deutschlandfunk ist bundesweit Spitzenreiter

Klarer Spitzenreiter bei den bundesweiten Sendern bleibt trotz eines Verlustes von fast vier Prozent das öffentlich-rechtliche Informationsprogramm Deutschlandfunk mit werktäglich 1,37 Millionen Hörern. Das RTL Radio gewann 2,3 Prozent hinzu und kommt auf 754.000 Menschen. Ebenfalls einen Zuwachs von 3,6 Prozent erzielte das Klassik Radio, das wochentags 685.000 Menschen einschalten. Das aus Berlin kommende Deutschlandradio Kultur wird von 299.000 Menschen gehört, ein Minus von 2,9 Prozent.

In der Region Berlin-Brandenburg ist der RBB-Sender Antenne Brandenburg erneut der meistgehörte Radiosender. Mit 220.000 Hörern in der Durchschnittsstunde tagsüber liegt Antenne Brandenburg wie schon zuvor vor dem privaten BB-Radio (159.000 Hörer). Den dritten Platz belegt diesmal der Berliner Rundfunk (137.000 Hörer), der im März noch Platz vier einnahm.

Orientierung für Preise für Werbespots

Für die Analyse wurden insgesamt 64.504 Bürger ab 14 Jahren nach ihren Lieblingssendern befragt. Fünf Institute organisierten im Auftrag der Arbeitsgemeinschaft Media-Analyse (Agma) die Interviews in zwei großen Wellen zwischen September 2006 und April 2007. Die Agma ist ein Zusammenschluss von über 240 Unternehmen aus Werbewirtschaft und Medien. Die Zahlen sind wichtig für die Branche, da die werbetreibenden Sender daran ihre Preise für Werbespots orientieren. Zugleich geben die Zahlen allen Wellen Hinweise darauf, wie ihr Programm bei den Hörern ankommt.

Die ARD wies darauf hin, dass die Ergebnisse durch statistische Veränderungen beeinflusst wurden. Die MA-Hochrechnungen beziehen sich dieses Mal auf den neuen Mikrozensus, der gegenüber dem Vorjahr mehr Menschen unter 30 Jahren (Bundesgebiet: etwa +0,60 Millionen) und weniger Menschen über 60 Jahren (Bundesgebiet: -0,87 Millionen) ausweist. (mit dpa)

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