Medien : Radio-Institution

Rdh.

Am Anfang des Jahres ist er 40 Jahre alt geworden. Am Ende des Monats hat der Deutschlandfunk sein Jubiläum in Berlin gefeiert, seiner "Hochburg", wie sein Programmdirektor Günther Müchler sagte. Was der Sender, der die Politik immer besonders aufmerksam im Blick hatte, in Bonn wie in Berlin, am Donnerstagabend feierte, war allerdings der Deutschlandfunk und war es nicht. Denn der Kölner Sender ist seit 1994 streng genommen Deutschlandradio Köln und insofern nur das eine Bein des nationalen Deutschlandradios - neben Deutschlandradio Berlin, zu dem Rias und die Reste des DDR-Hörfunks zusammengefügt wurden.

Das war eine schwere Geburt, eine umstrittene Gründung und eine gewagte Konstruktion, denn das (fast) einzige Gemeinsame der beiden Standorte war der zwischen Köln und Berlin hin und her eilende Intendant. Ernst Elitz, seit damals im Amte, nutzte den Berliner Empfang, um mit selbstbewusstem Lob seines Senders anzuzeigen, dass diese Schwierigkeiten ausgestanden sind. Tenor: Der Sender sei mehr als ein Radio-Programm; er sei vielmehr - als Informationssender, ohne Werbung - so etwas wie eine Institution. In die gleiche Kerbe schlug der rheinland-pfälzische Ministerprä sident Kurt Beck, der Gastgeber - wozu ihn der Umstand befähigte, dass er gegenwärtig Vorsitzender des Medienausschusses der Ministerpräsidenten-Konferenz ist und Deutschlandradio eine Länder-Einrichtung. Er bestätigte dem Sender, dass man in seinem Interviews - entgegen der 1,3o Minute Spanne der meisten Sender - wenigstens ausreden könne. Der klassische Hörfunk, den der Sender anbietet, ist auch erfolgreich: Die Zahl der Hörer hätte sich, vermeldete Müchler, in den letzten Jahren verdoppelt. Nicht zuletzt in Berlin, wo der Deutschlandfunk bis 199o - wegen des Berlin-Status - nur über Mittelwelle zu hören war. Seitdem ist er hier über UKW zu empfangen - wie auch, nach langen Kämpfen mit den Landesrundfunkanstalten, in den anderen Teilen der Republik.

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