Radio-Nutzung : RBB gewinnt

Radio Berlin liegt in der Hauptstadt vorne, Antenne Brandenburg in der Region

Joachim Huber

Bundesweit ist die Sache klar, da liegt das öffentlich-rechtliche Radio deutlich vor der privaten Konkurrenz. Die ARD-Wellen erreichen am Werktag mehr als 36,5 Millionen Deutsche, die privaten Stationen an die 30 Millionen. Das zeigen die Zahlen der Media-Analyse 2009 Radio II. Im Vergleich zur Erhebung vom März 2009 ist der Abstand praktisch unverändert geblieben.

Für die Radioregion Berlin-Brandenburg ergibt sich ein leicht anderes Bild: Zwar ist das RBB-Programm Antenne Brandenburg weiterhin unangefochtener Spitzenreiter, dahinter sortiert sich das Quartett der kommerziellen Anbieter BB Radio, 104.6 RTL, 94,3 rs2 und Berliner Rundfunk 91,4 ein, wobei rs2 am Berliner Rundfunk vorbeiziehen konnte.

Der Rundfunk Berlin-Brandenburg (RRB) kann mit einigem Stolz darauf verweisen, dass sein einstiges Problemkind, Radio Berlin 88,8, mittlerweile die Privatstation 104.6 RTL als Nummer eins in Berlin abgelöst hat. Das ist schon 20 Jahre her, dass eine öffentlich-rechtliche Welle den Markt der werbetragenden Programme anführt. Umgekehrt schwächelt das RBB-Paradeprogramm Radio Eins im regionalen Sendegebiet, möglich, dass Radio Eins an Radio Fritz (ebenfalls RBB) Hörer abgeben musste.

Dass der Markt in Bewegung zu bringen ist, markiert die Gewinn-und-Verlust-Rechnung bei den kleineren Stationen. Star FM 87,9, aber auch das heute deutlich gemäßigtere 98,8 Kiss FM legen spürbar zu, Radio Paradiso kann wie Jam FM und 100,6 Motor FM sein Publikum vergrößern. Der größte Verlierer scheint das Jazz Radio zu sein, das seine Hörerschaft glatt halbiert hat.

Neben den werbetragenden Programmen, für die die Media-Analyse Radio quasi die Preisliste für den Werbeverkauf liefert, werden auch die Publika für die öffentlich-rechtlichen und werbefreien Radiokanäle erhoben. Allerdings gilt hier eine andere Währung. Während bei den „Werbe-Wellen“ die Durchschnittshörer pro Stunde ausgewiesen werden, wird beim RBB-Kulturradio, bei Deutschlandfunk und Deutschlandradio Berlin die Tagesreichweite gemessen. Das RBB-Kulturradio vermeldet von März 2009 zu Juli 2009 einen Zuwachs von 114 000 auf 118 000 Hörer in der Region Berlin/Brandenburg. Das Deutschlandradio Kultur steigert seine Reichweite von 82 000 auf 103 000 Hörer, der Deutschlandfunk schießt den Vogel ab – von 110 000 Hörern steigt die Reichweite auf aktuell 152 000 Hörer.

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