Medien : Radio: Viereinhalb Stunden

Das Jahr 2000 war ein sehr gutes Jahr für all

Gestern fand in Köln der "Radio Day 2001" statt, das wichtigste Jahrestreffen für den Hörfunk. Mit Carsten Neitzel, Geschäftsführer des Berliner Senders 94,3 r.s.2 und Gesellschafter der Radio Marketing Service (RMS), sprach Joachim Huber über die Branchen-Trends.

Das Jahr 2000 war ein sehr gutes Jahr für alle Medien, schließlich haben die Werbequellen kräftig gesprudelt. 2001 hat sehr viel schwächer begonnen - auch für das Radio?

Grundsätzlich standen die ersten Monate in 2001 unter dem Eindruck der abkühlenden Konjunktur. Deshalb sind die Werbeausgaben etwas niedriger ausgefallen als im Jahr 2000. Für das Radio gilt das nicht. Unsere Gattung konnte das Vorjahresniveau halten, der Privatfunk sogar geringfügig zulegen.

Das Radio ist das Medium mit der höchsten Nutzung am Tag. Studien aber besagen, dass kaum einer bewusst zuhört. Das Radio - einschalten und weghören?

Diese Studien sind mir unbekannt. Fakt ist, dass die Hördauer von Radio von Jahr zu Jahr angestiegen ist, auf mittlerweile 270 Minuten pro Tag. Viereinhalb Stunden. Der Spitzenwert im intermedialen Vergleich. Das drückt eindrucksvoll die ungebrochene Aktualität unseres Mediums aus. Ich sage: Day-Time ist und bleibt Radio-Time.

Gilt für das Privatradio nach wie vor die Erfolgsformel: Hit-Musik und Gewinnspiele?

Wenn ein Radio-Programm nicht alle relevanten Bedürfnisse des Hörers abdeckt, wird es keinen Erfolg haben. Dazu gehören auch Informationen und Beratung, und zwar im hohen Maße unter dem lokalen Aspekt. Nein, Entertainment alleine macht es nicht.

Welche Radioformate fehlen noch?

Auf dem Berliner Markt ist eigentlich alles vertreten, von Rock über Jazz bis hin zu reinen Infoprogrammen. National betrachtet ist es für mich eine spannende Frage, ob sich wie in anderen Ländern auch in Zukunft verstärkt Talkformate etablieren werden.

Gibt es auch im Hörfunkmarkt eine Tendenz zur Konzentration?

Derzeit gibt es da wenig Bewegung. Aber in Zeiten von hohem Wettbewerb stellt sich die Frage gemeinsamer Vermarktung. Das kann ein Schlüssel zur Zukunftssicherung sein.

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