Radiomarkt Berlin-Brandenburg : Klarer Musikfokus bei Radiosendern zahlt sich aus

Antenne Brandenburg schneidet in der aktuellen Erhebung als bester Radiosender der Region ab. Und eine weitere RBB-Welle gehört zu den größten Aufsteigern.

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Der Radiomarkt in Berlin und Brandenburg ist weiter für Überraschungen gut. Zwar bleibt die Spitze zwischen Antenne Brandenburg und RTL 104.6 unverändert umstritten, aber in der aktuellen Radio MA 2013/II konnte sich die RBB-Welle wieder vor das Privatradio schieben. Im Vergleich zur MA2013/I vom März verliert 104.6 RTL 18 000 Hörer, die Antenne bleibt mit 217 000 Hörern in der Durchschnittsstunde fast unverändert.

Wie sehr der regionale Markt in Bewegung und zu bewegen ist, zeigt das Ensemble der Gewinner. Mehr als 20 Prozent zulegen konnten Star FM 87,9 (aktuell 96 000 Hörer), Radio Eins (117 000 Hörer), Energy Berlin (75 000 Hörer), Radio Teddy (39 000 Hörer), Jam FM Berlin (32 000 Hörer), 100,6 FluxFM (17 000 Hörer) und Radio B2 (12 000 Hörer). Auffällig: Die prosperierenden Wellen richten sich einerseits an ein jüngeres Publikum oder sie bedienen eine eindeutig akzentuierte Musikrichtung. Wer sich da „middle of the road“ bewegt wie BB Radio (minus 12 000 Hörer), Berliner Rundfunk 91,4 (minus 12 000 Hörer) oder 94,3 rs2 (minus 9000 Hörer), der muss Verluste einstecken. Auch bei den Erlösen: Mit der Radio MA werden die Preise für die Spots der werbetragenden Programme ermittelt.

Auch die sogenannten „Einschaltprogramme“ zeigen sich in der aktuellen Umfrage volatil. Nach der hier gültigen Währung der Tagesreichweite, bei der die Nutzer über den Tag hinweg addiert werden, kommt das Kulturradio des RBB in der Region Berlin/Brandenburg auf täglich 112 000 Hörer (MA 2013/I: 112 000 Hörer). Der Deutschlandfunk verliert 3000 auf jetzt 176 000 Nutzer, wogegen das Deutschlandradio Kultur von 64 000 auf 75 000 Hörer zulegen konnte.

Im bundesweiten Maßstab haben die öffentlich-rechtlichen Radiosender ihre Position im Vergleich zur privaten Konkurrenz ausgebaut. Die ARD konnte die Zahl ihrer Hörer um 1,5 Prozent auf insgesamt 38,94 Millionen täglich steigern, das sind 53,1 Prozent der deutschsprachigen Bevölkerung ab zehn Jahren. Im Schnitt war das Radio 249 Minuten pro Tag angeschaltet. Damit stieg die Verweildauer seit der Erhebung im Frühjahr um zwei Minuten. Deutlicher war der Zuwachs bei den unter 30-Jährigen. Die Zehn- bis 29-Jährigen hörten 199 Minuten täglich und damit sieben Minuten länger. Joachim Huber

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