Radsport : T-Mobile sagt auch dem ZDF ab

Nach der Trennung von der ARD ist auch die Zusammenarbeit mit dem ZDF zu Ende. Die Mainzer haben zudem angekündigt, dass sie bei massiven Dopingfällen die Übertragung abbrechen.

Pablo Silalahi
Team T-Mobile
Kein Team mehr: T-Mobile und ZDF beenden Sponsoring-VertragFoto: AFP

Auch im ZDF-Programm wird es bei der am 7. Juli beginnenden Tour de France definitiv keine Presenter-Werbung von T-Mobile geben. Dies bestätigte am Dienstag ZDF-Sprecher Thomas Stange dem Tagesspiegel. Bereits gestern hatte ein ARD-Sprecher die Auflösung des Sponsoring-Vertrags („Die Tour de France wird Ihnen präsentiert von...“) zwischen der Telekom-Tochter und der ARD eingeräumt (der Tagesspiegel berichtete). Auf Wunsch des Telekommunikationsunternehmens werden im ZDF stattdessen herkömmliche Werbespots im Rahmen der Übertragungen ausgestrahlt, sagte Stange. Auch die ARD möchte in den Werbepausen Spots von T-Mobile zeigen, heißt es von der Werbetochter ARD Sales&Services. Die ARD und T-Mobile verhandeln derzeit darüber, einen Teil der vereinbarten Summe für das Presenting der Nationalen Anti-Doping Agentur (NADA) zukommen zu lassen. NADA-Sprecherin Ulrike Spitz bestätigte, dass es entsprechende Gespräche gibt.

Sollten trotz allem bei der Tour de France „Fälle von massivem Doping“ auftreten, wird es nach den Worten von ZDF-Sprecher Stange einen Abbruch der Tour-Übertragung geben. Einen Ersatzplan für diesen Fall habe man beim Mainzer Sender allerdings noch nicht in der Tasche. Klar sei, dass man die Sendezeit nicht mit Diskussionen über Doping füllen werde, da dies „wenig Sinn“ mache. Trotz Dopings und der Querelen um das Sponsoring wird beim Zweiten – wie bei allen sportlichen Großereignissen – die Livebericherstattung im Mittelpunkt stehen, sagte Sportchef Dieter Gruschwitz. Ergänzt würden diese Livestrecken von Vor- und Nachläufen zu den jeweiligen Etappen. Noch im Mai hatte ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender mit einem Ausstieg aus der Tour-Berichterstattung gedroht, falls Bemühungen um einen sauberen Sport ohne Erfolg blieben. Vor allem für einheimische Sponsoren wie Gerolsteiner, Nordmilch und die Telekom würde das erhebliche Auswirkungen haben. Denn ohne TV-Präsenz in Deutschland wäre das Rennen für diese Unternehmen nicht interessant. Pablo Silalahi

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