Medien : "ran": Ran an die Preisliste

Erik Heier

Nein, für Vermarkter und Sponsoren der Bundesliga lautet die Frage nicht mehr, ob sich Sat 1 in Sachen "ran" bewegt. Sondern nur noch: Wann? Genauer: Wann endlich? Wer einen 30-Sekunden-Spot bei "ran" bucht, zahlt rund 60 000 Mark. Zu viel, findet RWE-Sprecherin Sabine Schmittwilken. RWE ist Werbekunde bei "ran" und auch Trikotsponsor von Bayer Leverkusen. "Ich bin enttäuscht, dass Sat 1 bisher noch nicht auf uns zugekommen ist", klagt Schmittwilken. Zwar betont die Sprecherin des Sat 1-Vermarkters Seven One Media, Katja Pichler, dass die Werbekunden zusätzliche Kompensations-Spots erhalten. Dennoch wird in zwei Wochen, wenn die Bundesliga wegen des WM-Qualifikationsspiels gegen England am 1. September pausiert, über mögliche Preisanpassungen für "ran"-Werbespots entschieden.

Zum Thema Online-Umfrage: Gucken Sie Bundesliga zukünftig lieber auf Premiere? Auch bei der Hypovereinsbank, dem Hauptsponsor von "ran", macht man sich einige Gedanken um das Engagement, das nach Angaben der Fachzeitschrift "Werben & Verkaufen" für die laufende Saison 28 Millionen Mark kostet. Eine Zahl, die von der Hypovereinsbank nicht kommentiert wird. Ein Sprecher sagt dagegen nur, dass der Preis, den man letztlich bezahle, natürlich auch von den Quoten abhänge: "Abgerechnet wird zum Schluss."

So lange werden die Vereinssponsoren kaum warten. Zwischen 4 und 25 Millionen Mark bewegt sich in der Liga die Preisspanne für Trikot-Sponsoring. Dafür erwarten die Geldgeber - neben sportlichen Erfolgen - eine Zielgruppen-affine Medienpräsenz. Zwar zählen dabei auch "Tagesschau", ZDF-"Sportstudio" und Premiere World mit. Aber eben vor allem "ran". Jochen Röttgermann, Geschäftsleiter von Sponsorcom, die im Auftrag von Unternehmen wie Debitel, e-on und Veltins mit den Vereinen Sponsorenverträge aushandelt, sagt, es gäbe zwar keine direkte Koppelung von Fernsehreichweiten und Sponsoren-Geldern: "Aber bei wesentlichen Veränderungen in der Medienlandschaft muss man sich mit den Vereinen zusammensetzen." Klar, dass die Vereine den Druck an Sat 1 weiterreichen. Und der wächst beinahe täglich.

Zum Hauptkritikpunkt wird immer mehr der "ran"-Sendeplatz selbst. Nach der ersten Woche hofften die Vermarkter noch, das Format werde sich nach einer gewissen Zeitspanne etablieren. Dieser Bonus scheint jetzt schon aufgebraucht. "Wenn der dritte Spieltag ähnlich desaströs wird", sagt Sponsorcom-Mann Röttgermann, "dann wird Sat 1 sich bewegen müssen".

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