RBB bekommt Konkurrenz : Neuer Nachrichtensender vor dem Start

Am Montag startet der neue Nachrichtensender DRF 1. Ausschließlich regionale Inhalte sollen das Programm füllen. Damit konkurriert der Sender auch mit der RBB-"Abendschau" und "Brandenburg aktuell"

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Regionale Nachrichten aus ganz Deutschland, das ist das Programm von DRF1. Der Sender startet am kommenden Montag.
Regionale Nachrichten aus ganz Deutschland, das ist das Programm von DRF1. Der Sender startet am kommenden Montag.Screenshot: Tsp

Neue Konkurrenz für RBB und TV Berlin
Der Sender DRF 1 geht ausschließlich mit Regionalnachrichten im digitalen Kabel auf Sendung
„16 Länder – ein Sender“, mit diesem Motto startet am kommenden Montag der private Nachrichtensender DRF 1 – Deutsches Regional Fernsehen bundesweit seinen Betrieb. Der in Rheinland-Pfalz ansässige Sender will sein Programm ausschließlich mit regionalen Nachrichten füllen, die zunächst über das digitale Netz von Kabel Deutschland verbreitet werden. Damit konkurriert der Sender in der Region mit den RBB-Magazinen "Abendschau" und „Brandenburg aktuell“ sowie mit TV Berlin.

Regionale TV-Angebote jenseits der öffentlich-rechtlichen Dritten Programme waren bislang nur selten erfolgreich. Ein Beispiel ist die wechselvolle Geschichte des Privatsenders TV Berlin, der nach diversen Insolvenzen im Jahr 2013 ein weiteres Mal neu startete. Die neuen Gesellschafter Dursun Yigit und seine Frau Seyhan wollen dabei nicht mit den RBB-Nachrichtenmagazinen konkurrieren, sondern sehen ihre Stärken darin, kleinere wie große Ereignisse intensiver abzubilden. Voraussetzung für den Einstieg war für Dursun Yigit, dass nach dem Aus für FAB nur noch ein privater Regionalsender übrig geblieben war.
In anderen Fällen wurde versucht, das Problem der Finanzierung durch nationale Verbünde von Regionalsendern zu lösen. TV Berlin hatte zuerst TV München als Schwestersender, nach dessen Aus stieg unter anderem der Axel Springer Verlag ein, der auch an Hamburg 1 beteiligt war. Zuletzt hegte RTL-Urgestein Helmut Thoma ähnliche solche Pläne mit Volks.TV, die jedoch nicht realisiert wurden. Statt dessen startete er Mitte 2014 in Nordrhein-Westfalen einen Jugendsender.

Nun also DRF 1. Es gebe ein wachsendes Interesse an lebensnahen Nachrichten vor Ort – über die Ländergrenzen hinweg, sagt Geschäftsführer Normann Schneider. In einer Umfrage sprachen sich in Berlin 68 Prozent der Befragten für mehr Informationen aus der eigenen Stadt aus.

DRF 1 soll sich über Werbung finanzieren

Über das Digitalkabel erreicht DRF 1 8,8 Millionen Haushalte mit insgesamt 16 Millionen Menschen. Ein wichtige Voraussetzung für den Erfolg von DRF 1 ist, dass in Deutschland mittlerweile regionale TV-Werbung geschaltet werden kann. So können sowohl lokale als auch nationale Werbekunden ihr Angebot nach abgestuften Tarifen auswählen, sagte der geschäftsführende Gesellschafter von DRF 1, Christian Opitz, der Agentur dpa.
Das Programm wird anfangs jedoch überschaubar sein. Kern ist eine einstündige Sendung, die um 18 Uhr erstmals ausgestrahlt und dann als Dauerschleife wiederholt wird. Je nach Nachrichtenlage sind Aktualisierungen möglich. Im 15-Minutenrhythmus folgen die Nachrichten aus dem Norden, Osten, Süden und Westen der Republik, wobei maximal zwölf Minuten für Werbung abgezogen werden müssen. Die Nachrichtenbeiträge stammen entweder von anderen Regionalsendern, mit denen DRF 1 kooperiert, oder von freien Mitarbeitern.

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