Medien : RBB? Soll sparen!

Der SWR lehnt neue Gebührenverteilung rigoros ab

Der Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) will einen höheren Anteil an den ARD-Gebühren. Damit soll das erwartete Etatloch von mindestens 20 Millionen Euro gestopft werden. Nach RBB-Meinung müssten die vier großen ARD-Sender (BR, NDR, WDR, SWR) bei der Gebührenverteilung ein wenig zugunsten des Senders für Berlin und Brandenburg „entreichert“ werden. Das finden die Großen in der ARD gar nicht komisch. Der Rundfunkrat des Südwestrundfunks (SWR) lehnt bereits eine nachträgliche Änderung des ARD-Finanzausgleichs zugunsten kleinerer Sender ab. In einer am Freitag in Mainz verabschiedeten Resolution unterstützt das Gremium den Kompromiss der ARD-Intendanten vom April 2008, mit dem die kleineren und mittleren Sender für die kommende Gebührenperiode 2009 bis 2012 bereits „erheblich entlastet“ würden.

Der SWR-Rundfunkrat wendet sich gegen jeden Versuch, den gemeinsam gefassten Beschluss vom April „im Nachhinein einseitig aufzukündigen oder unter Hinzuziehung der Politik zu unterlaufen“. Eine zusätzliche Umverteilung von Gebührengeldern dürfe es nicht geben. „Es ist den Gebührenzahlern in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz nicht zuzumuten, auf programmliche Leistungen ihres Senders zu verzichten, weil ihre Gebührengelder zur Ausgleichsfinanzierung von Sendern verwendet werden, die möglicherweise noch nicht alle Wirtschaftlichkeitsaspekte ausgeschöpft haben“, heißt es weiter. SWR-Intendant Peter Boudgoust wurde noch deutlicher. Wenn ein Sender weniger einnehme, müsse er eben „seine Ausgabenstruktur anpassen“, forderte er. Der Vorsitzende des SWR-Rundfunkrates, Harald Augter, sagte: „Dem RBB muss klargemacht werden, dass es auch Sender gibt, die mit ihren Gebührengeldern auskommen.“ Sich öffentlich über die Gebührenverteilung zu beschweren, bezeichnete Augter als „den größten Fehler, den der RBB hätte machen können“. Der SWR erwirtschaftete 2007 einen Jahresüberschuss von 79,4 Millionen Euro. Trotzdem heißt die Losung in Südwest: Mir gebbet nix.

Offenbar ist aber nicht bei allen ertragsstarken Sendern die finanzielle Lage derart rosig. Der Bayerische Rundfunk (BR) schickt die Fernsehformate „Wir in Bayern“ und „Blickpunkt Sport“ in die Sommerpause, das Vormittagsformat „Brunch“ wird eingestellt. Die Berichterstattung vom Oktoberfest beschränkt sich beim nächsten Mal aufs Wochenende, darüber hinaus soll der Lizenzeinkauf für Spiel- und Dokufilme reduziert werden. Der Sender will vier Millionen Euro einsparen, die er in der ersten Jahreshälfte zu viel ausgegeben hat. jbh

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