Medien : RBB will auf „social spots“ nicht verzichten

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Der Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) hat die Zusammenarbeit mit der Deutschen Rentenversicherung (DRV) erneut geprüft und entschieden, sie fortzusetzen. Eine Woche ist vergangen, seitdem sich der RBB dem Vorwurf ausgesetzt sah, von staatlichen Institutionen finanzierte Beiträge gesendet zu haben. Nun hat das RBB-Fernsehen entschieden, die Reihe „Miteinander“ weiter auszustrahlen, weil sie „in qualitativ hochwertiger Form ein überragendes Informationsinteresse der Öffentlichkeit“ bediene und „juristisch nicht anfechtbar“ sei. Der RBB bleibt auch dabei, dass es sich bei diesen kostenfrei zur Verfügung gestellten Beiträgen um „social spots“ handele, jegliche institutionelle PR ausgeschlossen sei und es keine vertraglich vereinbarte Sendegarantie gebe. Durch Hinweise zu Beginn und im Abspann seien die Beiträge klar als Botschaften der DRV gekennzeichnet.

Im NDR-Medienmagazin „Zapp“ hatte DRV-Sprecher Ulrich Theil gesagt, die „Miteinander“-Beiträge seien so gestaltet, dass der Zuschauer „nicht ad hoc erkennen kann: Jetzt kommt eine Informationssendung der DRV“. Der Medienrechtler Dieter Dörr monierte, dass der DRV- Sprecher in den Beiträgen als Rentenexperte auftritt. So werde nicht deutlich, „dass er auch Interessenvertreter der Rentenversicherer ist“. Dörr kritisierte zudem, dass der durchschnittliche Zuschauer die Filme allein schon deshalb als journalistische Beiträge des RBB verstehe, weil darin eine Moderatorin eingebaut sei, was redaktionelle Unabhängigkeit vorgaukle. Die Produktionskosten pro Folge beziffert die DRV mit 1300 Euro pro Folge. usi

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