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Rechner : Teure Avantgarde

03.08.2012 00:00 UhrVon Nico Schmidt
Objekt der Begierde? Das neue MacBook wartet auf seine Fans. Foto: AFP Foto: AFPBild vergrößern
Objekt der Begierde? Das neue MacBook wartet auf seine Fans. Foto: AFP - Foto: AFP

Viel Licht, wenig Schatten: Apples neues MacBook Pro setzt Maßstäbe.

Die Zukunft wiegt 2,02 Kilogramm. Sie bietet Platz für über 6000 Stunden Musik oder 360 000 Fotos. Und wem das nicht genügt, der kauft eine größere Festplatte.

Mitte Juni stellte Apple auf seiner Entwicklerkonferenz WWDC eine neue MacBook-Generation vor. Ein lang erwartetes Ereignis. Zuletzt hatte Apple zwar regelmäßig neue Smartphones und Tablets vorgestellt, Computer waren keine dabei.

Als der Laptop präsentiert wurde, überschlug sich die Fachpresse. „Übersexy“, urteilte das US-Magazin „Mashable“ unmittelbar nach der Produktvorstellung. Grund für die Erregung war der 15,4-Zoll-Bildschirm. Er nutzt die bisher nur in iPhones und iPads verbaute Retina-Technologie.

Im Praxistest wird das MacBook Pro dem Hype gerecht. Es gibt viel Licht und wenig Schatten.

Schaltet man den Computer ein, fällt die schnelle Reaktionszeit auf. 15 Sekunden – und der Rechner ist vollständig hochgefahren und betriebsbereit. Programme wie der Internetbrowser Safari starten in weniger als einer Sekunde. Grund dafür ist der 2.6 GHz Intel i7 Prozessor und eine neue Festplattentechnologie. Ein Flash-Speicher löst die bisher verwendeten mechanischen Datenträger ab. Besonders auffällig ist aber das neue, von Apple Retina genannte Display. Mit 2880 mal 1800 Pixel hat es eine vier Mal höhere Auflösung als das Vorgängermodell. Mit bloßem Auge sind einzelne Bildpunkte nicht zu erkennen. In Full HD gedrehte Urlaubsvideos werden extrem scharf und kontrastreich dargestellt. Die Lektüre von Dokumenten oder E-Mails ist sehr angenehm. Die Schrift lässt sich beliebig vergrößern, ohne dabei unklar zu werden. Wer längere Zeit mit dem Retina-Display arbeitet, hat anschließend vor einem herkömmlichen Bildschirm das Gefühl, er benötige eine Brille.

Doch nicht alles sieht so brillant aus wie es soll. Viele Anbieter haben ihre Inhalte noch nicht für das hochauflösende Display optimiert. So sehen die digitalen Olympia-Übertragungen von ARD und ZDF verschwommen aus. Auch andere Anwendungen sind noch nicht für den Retina-Bildschirm geeignet. Microsofts Office-Suite stellt Dokumente und Tabellen unsauber dar; welche CD-Cover die Streaming-App Spotify anzeigt, lässt sich nur erahnen. Es wird noch einige Zeit dauern, bis die Entwickler ihre Software an das neue Display angepasst haben.

Immerhin hat Apple seine Bild- und Filmbearbeitungssoftware für das Retina-Display optimiert. In der Verarbeitung großer Datenmengen setzen die Anwendungen neue Maßstäbe. So ist es möglich, bis zu vier Full-HD-Videos parallel abzuspielen und in Echtzeit zu schneiden. Im MacBook Pro ist die derzeit beste Technologie vereint. Das Laptop ist seiner Zeit voraus. So viel Avantgarde hat seinen Preis. Je nach Ausstattung kostet der Laptop zwischen 2279 Euro und 3849 Euro. Der Kauf des High-End-Rechners lohnt sich vorerst nur für professionelle Nutzer.

Mit der neuen MacBook-Generation müssen Nutzer aber auch auf Annehmlichkeiten verzichten. Denn ein CD-Laufwerk fehlt ebenso wie ein Netzwerkanschluss. Wer also DVDs schauen oder per Kabel online gehen will, benötigt teure externe Lösungen. Trotz dieser Abstriche hat Apple einen überzeugenden Laptop gebaut. Derzeit soll eine 13-Zoll-Version entwickelt werden. Es wäre eine preiswerte Alternative. Und die braucht es, damit sich die neue Technologie dauerhaft etablieren kann. Nico Schmidt

Schickes Accessoire, unentbehrliches Technik-Gadget oder gar Objekt der Begierde – das iPhone von Apple. Für einige überlebenswichtiges Must-Have, für andere überteuertes Erwachsenenspielzeug: Die neue Generation des Kultprodukts führt den Mythos fort.
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