"Red Oaks" auf Amazon Prime : Alter Ego

Die Comedyserie „Red Oaks“ geht bei Amazon Video in die zweite Staffel. Eine Begegnung mit dem Hauptdarsteller Craig Roberts.

Daniel Lücking
Von wegen Buchhalter. David (Craig Roberts, Mitte, mit Jennifer Grey und Richard Kind) möchte Regisseur werden.
Von wegen Buchhalter. David (Craig Roberts, Mitte, mit Jennifer Grey und Richard Kind) möchte Regisseur werden.Foto: Amazon

Die Nächte werden länger – „Red Oaks“ gehört zu einer der Serien auf Netflix, Sky oder Amazon & Co., für die es sich lohnt, ein Abo bei einem Streamingdienst abzuschließen. Immer mehr Filme werden von diesen Diensten produziert, immer mehr Schauspieler beschäftigt. Das ist gut auch für Craig Roberts, der in London zur US-amerikanischen Comedy-Serie „Red Oaks“ Rede und Antwort stand. „Die Paris-Episode war großartig“, sagt der 25-jährige Schauspieler dem Tagesspiegel, in Anspielung auf den Auftakt der zweiten Staffel. „Das ist wie ein Kurzfilm im Nouvelle-Vague-Stil.“ Craig Roberts kann sich in die Rolle des Serien-Protagonisten David gut hineinversetzen – er stehe genauso am Anfang seines Erwachsenendaseins wie David.

„David ist jemand, der herauszufinden versucht, was er mit seinem Leben wirklich anfangen will, und er muss sich auch irgendwie mit seinen noch recht jungen Beziehungen arrangieren. Das ist in dem Alter nicht einfach, weil man einfach nicht weiß, wie sich Beziehungen entwickeln. Ich glaube auch nicht, dass das jemals einfacher wird, vielleicht wird es sogar auch immer schwieriger“, sagt Craig Roberts.

Schwierig genug, um daraus für reichlich Verwicklung in „Red Oaks“ zu sorgen. In der Serie trifft das 1980er-Jahre-Gefühl auf die Wirren am Anfang des jungen Erwachsenenlebens. Eine Coming-of-Age-Geschichte. In Staffel eins musste David die Weichen für sein weiteres Leben stellen. New Jersey, Sommer 1985. Mit dem College ist David gerade so fertig geworden.

Die Beziehung seiner Eltern ist in einer schweren Krise

Seine beste Note erhielt David in französischer Filmkunst – wenn es nach seinem Vater Sam Meyers (Richard Kind) geht, dann soll aus David ein Buchhalter werden. Doch die Filmkamera ist David näher als Hemd, Krawatte und Taschenrechner. Es muss also Geld für eine Wohnung her, um während des Studiums in New York wohnen zu können. Die Beziehung seiner Eltern ist in einer schweren Krise. David will als Tennislehrer im Country Club Geld verdienen. Dort begegnet er Skye Getty (Alexandra Socha). Es funkt heftig. Was daraus wird, zeigt die zweite Staffel. Davids eigentlicher Berufswunsch, als Filmemacher hinter der Kamera zu stehen, rückt nun in den Vordergrund.

„Red Oaks“ ist eine von mittlerweile 16 Serien, die Amazon produzieren lässt. Anhand der Downloadzahlen entscheidet der Konzern, ob eine Fortsetzung gewinnversprechend ist. Überzeugt ein Pilotfilm die Käufer auf der Amazon-Plattform, stehen die Chancen für die Serienproduktion gut. Craig Roberts sieht die Vorzüge dieser Produktion für die Amazon-Studios. Die Projekte seien solide finanziert und in wenigen Wochen gedreht. Das lässt Roberts Raum für eigene Filmprojekte, die er als Regisseur und Drehbuchschreiber angeht.

Druck bei der Jobwahl, wie David ihn erfährt, kennt Craig Roberts nicht. Er stand im Alter von neun Jahren das erste Mal vor der Kamera und wirkte als Teenager in einer Fernsehserie mit. Seither war er in TV- und Webserien sowie im Kinofilm „22 Jump Street“ zu sehen. Auch als Regisseur ist Craig Roberts aktiv und hat auch hier eine Gemeinsamkeit mit dem Seriencharakter David. Dieser wird ihn so schnell nicht loslassen.

„Red Oaks“, zweite Staffel, ab dem 11. November bei Amazon Prime.

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