Medien : Redigierte Binsenweisheiten

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Frau Fendel, worüber haben Sie sich in dieser Woche in den Medien am meisten geärgert?

Drei Seiten Robbie-Williams-Interview im „Spiegel“!!!!! Und dann das: erkenntnisarm auf flott gebügelt. Man vermisst die „Borderliner“ und ihr Credo: Lieber gut erfunden als schlecht zu Binsenweisheiten redigiert. Seit Kampusch-Verschacherer Ecker sind allerdings Medienberater die Popstars der Stunde: Völlig in Adoranz erstarrt „Die Zeit“ angesichts der schnauzbärtigen Großmannssucht von PR-Onkel Klaus Kocks, der sich eine ganze Seite lang als tollster Typ seit Bert Brecht feiert, weil er weiß, wann man keine Rolex tragen darf. So viel Fremdschämen war selten.

Gab es auch etwas, worüber Sie sich freuen konnten?

Jeden Morgen um 9 Uhr 15 Minuten „Telegym“ im Bayerischen Fernsehen. Türkise Latexturner am Starnberger See, die das „Om“ aus dem Boden holen. Großartig. Und, wie jede Woche, montags und mittwochs: über Vincent D’Onofrio in „Criminal Intent“ bei Vox. So verständnisvoll wie Erik Ode, aber dreimal so männlich. Und, in „ttt“ Denis Schecks letztes Interview mit Oskar Pastior. Das war sehr warm und sehr schön.

Heike-Melba Fendel ist Inhaberin der

Agentur Barbarella

Entertainment

in Köln und Berlin

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