Medien : Regierung lässt „Nieren-Show“ auf Sendung

Die niederländische Regierung wird nicht gegen die geplante „Spendershow“ im Fernsehen einschreiten, in der drei Nierenpatienten um die Organe einer todkranken Frau wetteifern. Im Parlament in Den Haag forderte der christdemokratische Medienexperte Joop Atsma am Dienstag den Erziehungs- und Medienminister Ronald Plasterk von der Arbeitspartei (PvdA) auf, die Ausstrahlung der Sendung zu stoppen. Plasterk dagegen meinte, „eine Fernsehshow über eine Organspende, verbunden mit Spielelementen, beweist keinen guten Geschmack. Es verstieße aber gegen unsere Verfassung, in Medienangelegenheiten zu intervenieren. Wir haben Pressefreiheit.“ Abgeordnete der linken Parteien kritisierten den Versuch der Christdemokraten (CDA), die Sendung zu unterbinden.

Zuvor hatte die EU-Kommission in Brüssel die geplante Sendung kritisiert. „Es wirkt geschmacklos, über ein so ernstes Thema eine Reality-TV-Show zu machen“, sagte ein Sprecher in Brüssel.

In der „Großen Spendershow“ soll an diesem Freitag die 37 Jahre alte Lisa darüber entscheiden, welcher der drei Kandidaten ihre Nieren erhalten soll. Die Idee zur Show stammt von der Firma Endemol, die das weltweit erfolgreiche „Big Brother“-Format aufgelegt hatte. Bei der „Spendenshow“ können die Zuschauer der Todkranken per SMS Empfehlungen geben. Der Gründer des Senders BNN, Bart de Graaf, war vor fünf Jahren an einem Nierenleiden gestorben. Er hatte nie eine Spenderniere erhalten. Mit der Sendung wolle man auf die rückläufige Organspendenbereitschaft in den Niederlanden hinweisen, betonte BNN. dpa/Tsp

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