Medien : Rehabilitiert nach fast 70 Jahren

AP-Mann hatte „zu früh“ über Kriegsende berichtet.

Vor fast sieben Jahrzehnten wurde der US-Reporter Edward Kennedy entlassen, weil er vermeintlich zu früh über die bedingungslose Kapitulation der Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg berichtet hatte. Für die Meldung galt eine Sperrfrist. Eine Nachricht darf dann erst nach Ablauf der Frist veröffentlicht werden. Die News vom Kriegsende sollte zunächst unter Verschluss bleiben, um den sowjetischen Truppen in Berlin eine eigene Zeremonie zur Kapitulation Nazi-Deutschlands zu ermöglichen. Am Freitag nun hat die US-Nachrichtenagentur AP den 1963 verstorbenen Journalisten rehabilitiert und sich bei der Tochter des Mannes entschuldigt. Mit dem Fall sei damals „in der schlimmstmöglichen Weise“ umgegangen worden, sagte AP-Chef Tom Curley.

Kennedy war einer von 17 Journalisten, die am 7. Mai 1945 im Hauptquartier der US-Streitkräfte im französischen Reims miterlebten, wie Generaloberst Alfred Jodl als Vertreter der Wehrmacht die bedingungslose Kapitulation des Dritten Reiches unterzeichnete. Den Journalisten wurde damals zunächst gesagt, dass die Sperrfrist nur wenige Stunden dauern würde. Dann wurde sie aber bis zum Folgetag verlängert. Kennedy beschrieb in seinen Memoiren, dass er sich vergeblich um eine Aufhebung der Sperrfrist bemüht habe. Dann gab er per Telefon die Eilmeldung an das Büro der AP in London durch, das die Nachricht verbreitete. Wegen des Verstoßes feuerte die Agentur den Journalisten aber später.

Curley sagte am Freitag, Kennedy habe damals richtig gehandelt: „Wenn der Krieg vorbei ist, kann man so eine Information nicht zurückhalten.“ „Die Welt musste es wissen.“ Seine Tochter Julia Kennedy Cochran nahm die Entschuldigung stellvertretend an. „Ich denke, das hätte ihm viel bedeutet“, sagte sie. AFP

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