Medien : Rekordsumme für neue Fußballrechte

Christian Tretbar

Die englische Premier League gilt als beste Liga der Welt, bisher war sie auch die teuerste. Ungefähr 600 Millionen Euro zahlen der Pay-TV-Sender BSkyB und die BBC für die TV-Rechte pro Spielzeit. In Deutschland verdient die Deutsche Fußball Liga (DFL) rund 300 Millionen Euro mit den Rechten. Nun hat die französische Profiliga an die englische aufgeschlossen. Grund ist: Canal+. Der Pay-TV-Sender hat die TV-Rechte für die Jahre 2005 bis 2008 für 600 Millionen Euro pro Saison erstanden. „Das Angebot mussten wir annehmen“, sagte Frederic Thiriez, Präsident der Französischen Profiliga. Ab dem kommenden Jahr werden die Spiele der französischen Liga teurer vermarktet als eine Partie zwischen Real Madrid und dem FC Barcelona.

Vorausgegangen war dieser Entscheidung ein harter Kampf zwischen Canal+ und dem zweiten Pay-TV-Sender Frankreichs TPS. Bisher teilten sich beide die Rechte. 375 Millionen überwiesen sie bisher pro Spielzeit an die französische Liga. Diesmal wollte Canal+ nicht teilen. Während die Verantwortlichen von TPS die Niederlage als nicht weiter dramatisch einstufen, rühmt sich Canal+ der kleinen französischen Fußballrevolution. „Wir können unseren Abonnenten die komplette französische Liga anbieten“, sagt Bertrand Méheut, Präsident von Canal+. Ab 2005 muss sein Sender für diese drei Jahre rund 2 Milliarden Euro aufbringen – doppelt so viel wie bisher. Analysten sehen die Sache skeptisch. Es gibt Berechnungen, wonach der Sender gut eine Million neue Abonnenten werben müsste, um die Investition wieder einzufahren. Aber mit so vielen neuen Kunden rechnet selbst Méheut nicht. Trotzdem ist er von seinem Coup überzeugt: „Canal+ wird nicht in die Verlustzone wandern.“

Die Vermutung liegt nahe, dass die französischen Vereine jetzt gnadenlos in internationale Stars investieren wollen, um ihr Image aufzupolieren. Weit gefehlt. Die meisten Präsidenten sehen die Sache realistisch. Anders als in der Premier League wird das Geld nicht nur an die Erstligaklubs ausgeschüttet, sondern auch an die Clubs der zweiten Liga.

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