Medien : Reporter ausgewiesen

Al Dschasira stoppt aus Protest Irak-Korrespondenten-Berichte

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Jetzt hat es den Star von Al Dschasira getroffen: Tayseer Alouni, Syrer, während des AfghanistanKrieges zeitweise einziger ausländischer Reporter in Kabul, soll aus dem Irak ausgewiesen werden. Außerdem hat das irakische Informationsministerium dem langjährigen Irak-Korrespondenten des arabischen Nachrichtensenders, Diyar al-Omari, die Arbeitserlaubnis entzogen. Eine Begründung lieferten die Iraker in beiden Fällen nicht. Hafez al-Mirazi, Chef des Washington Büros des Senders, glaubt aber, dass Alouni die Iraker verärgert habe, weil er Interviews ohne offiziellen Begleiter der irakischen Regierung geführt habe.

Als Reaktion auf das Arbeitsverbot wies der Chefredakteur von Al Dschasira, Ibrahim Helal, die sieben übrig gebliebenen Irak-Korrespondenten an zu pausieren. „Wir lassen uns nicht vorschreiben, wer im Irak arbeiten darf und wer nicht“, sagt er. Der Deutschland-Korrespondent des arabischen Nachrichtensenders, Aktham Suliman, sagt, dass Al Dschasira hofft, mit diesem Druckmittel die Ausweisung beziehungsweise das Arbeitsverbot rückgängig zu machen. „Die Iraker sind doch drauf angewiesen, dass jemand über die Katastrophen berichtet.“ In der arabischen Welt sehen schätzungsweise 45 Millionen Menschen Al Dschasira mit seiner eher USA-kritischen Perspektive. Und auch in Deutschland, wo das ZDF einen Kooperationsvertrag mit Al-Dschasira hat, prägt der Sender das Bild des Krieges entscheidend mit. Elmar Theveßen, Chef vom Dienst beim ZDF, sagt: „Für uns hat sich bisher nichts geändert.“ Denn ganz soll die Irak-Berichterstattung nicht aus dem Al-Dschasira-Programm verschwinden. „Weiterhin laufen Bilder von Bombardierungen und von den Pressekonferenzen der irakischen Regierung“, sagt Suliman. „Die werden nun in Katar bearbeitet und kommentiert.“ nol

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