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"Reporter ohne Grenzen" : Medien in Deutschland sind frei, aber nicht so frei wie in Jamaika

30.01.2013 09:34 Uhrvon
Die Vielfalt der Presse nimmt weiter ab.Bild vergrößern
Die Vielfalt der Presse nimmt weiter ab. - Foto: dpa

Jährlich erstellt die Organisation Reporter ohne Grenzen eine Rangliste der Pressefreiheit. Dabei erreicht Deutschland nur einen Platz im Mittelfeld. Das liegt auch daran, dass die Vielfalt der Presse immer weiter abnimmt.

In weltweit 16 Ländern steht es um die Pressefreiheit besser als in Deutschland, 14 davon sind europäische Nachbarn, wie die Spitzennationen Finnland, Holland und Norwegen. In ihrem Kommentar zur Rangliste der Pressefreiheit 2012 stellt die international anerkannte Organisation „Reporter ohne Grenzen“ fest: „Problematisch ist vor allem die abnehmende Vielfalt: Aus Geldmangel arbeiten immer weniger Zeitungen mit eigener Vollredaktion, mehrere Redaktionen wurden 2012 komplett geschlossen. Gleichzeitig investieren Unternehmen und PR-Agenturen steigende Summen, um ihre Inhalte in den Medien unterzubringen.“ Dass osteuropäische Staaten wie Estland und Tschechien, aber auch Jamaika vor Deutschland liegen, könnte ein Grund zur Sorge sein.


Ein Blick zurück zeigt jedoch, dass Deutschland – in der 2002 zum ersten Mal erstellten Rangliste Siebter – in den letzten vier Jahren kaum Positionsveränderungen durchmachte. Tiefpunkt war das Jahr 2006, als der 23. Platz vor allem wegen der Aktivitäten des Bundesnachrichtendienstes zu Stande kam, der zahlreiche Journalisten abgehört hatte. Von ihrer Größe vergleichbare Nationen wie Großbritannien (Platz 29), Spanien (36), Frankreich (37) und Italien (57) liegen weiter hinten. In den 16 bestplatzierten Ländern leben dagegen zusammen so viele Menschen wie in Deutschland. Einen großen Sprung nach vorne machten die USA, von Rang 47 auf 32. Auch in zahlreichen afrikanischen Staaten ging es vorwärts, Malawi, die Elfenbeinküste und Uganda sind weltweit die größten Gewinner des letzten Jahres. Einen Absturz erlebte Japan wegen der rigiden Informationspolitik zu den Folgen des Unglücks im Atomkraftwerk Fukushima.

Ohnehin lässt sich am Ranking ablesen, in welchen Weltregionen Krisen oder Kriege das vergangene Jahr beherrschten. So belegt das einstige afrikanische Musterland Mali nur noch Platz 99, ein Absturz um 74 Plätze. Gleichbleibend bedenklich und für Journalisten gefährlich bleibt die Situation dagegen in den großen euro-asiatischen Ländern Russland und Türkei. Vor allem der Tigerstaat vom Bosporus fällt mit Platz 154 ab, in Europa steht nur das diktatorisch regierte Weißrussland schlechter. Noch nie seit dem Ende des Militärregimes 1983 haben in der Türkei so viele Pressevertreter im Gefängnis gesessen wie 2012. Vollständige Medienkontrolle herrscht im vom Bürgerkrieg zerrissenen Syrien, den asiatischen Diktaturen Turkmenistan und Nordkorea sowie im ostafrikanischen Krisenland Eritrea.

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