Medien : Rhabarber, Rhabarber

Thomas Eckert

Es ist Fußball-WM, und keiner kennt sich mehr richtig aus. Keine Frage, da müssen Experten her, die uns erklären, was da vor sich geht. Es ist Sonntag, es ist heiß, es ist Fanmeile in Berlin, es sind Günther Jauch und Rudi Völler. Jauch fragt: Kann einer wie Wayne Rooney die Verantwortung tragen? Antwortet Völler: Es wird schwierig. Sagt Jauch: Die Engländer bräuchten einen wie Owen Hargreaves. Denkt der Zuschauer: Wieso, haben sie doch!? Fragt Jauch: Können die Ekuadorianer das durchstehen, wenn sie schon in den ersten zehn Minuten das 1:0 erzielen? Antwortet Völler: Es kommt schon auch auf die Engländer an. Fragt Jauch: Können wir von den Engländern einen Sieg ohne Fehl und Tadel erwarten? Antwortet Völler: Du kannst nichts gewinnen, wenn du im Achtelfinale gegen Ekuador weiterkommst. Denkt der Zuschauer: Außer vielleicht ins Viertelfinale gekommen zu sein? Fragt Jauch: Wem hilft es, wenn beide unentschieden spielen? Leider keine Antwort. Fragt Jauch: Was denkt sich Herr Völler dabei, wenn er einen Blick auf die gerade frisch hereingekommene Aufstellung der Engländer wirft? Sagt Völler: Ich weiß auch nicht.

Ist schon eigenartig. Es ist heiß, es ist Sonntag, und der Regierende Bürgermeister ist auch noch da. Er kommt auf die Bühne und sagt Jauch und Völler an. Bei Jauch klappt’s ganz gut, bei Völler wird aus dem Vornamen irgendetwas zwischen Rudschi und Rudo – macht ja nichts, es ist heiß, es ist Sonntag, und der Regierende hat in seiner Jugend sowieso lieber gerudert. Klar, wir alle brauchen Experten. Ohne Experten wären wir nichts. Reiner Calmund wird gefragt, was Günther Jauch für ihn sei: der Kapitän, sagt der RTL-Experte, der Spielmacher. Eva Padberg wird gefragt, was Günther Jauch für sie sei: der Kleber, der alles zusammenhält, sagt die RTL-Expertin. Ganz viel Spaß wünscht Frauke Ludowig. Danke, hatten wir.

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