Medien : Richtig googeln

Ohne Suchmaschinen läuft im World Wide Web nichts. Doch nicht jede Frage führt zum Ziel

Kurt Sagatz

300 Millionen Suchanfragen werden täglich im Internet gestellt. In drei von vier Fällen bei der Suchmaschine Google. Die Herausforderung besteht nicht darin, ein Ergebnis zu einer Anfrage zu erhalten. Ganz im Gegenteil: Mehrere Seiten mit Treffern verstellen vielmehr den Blick auf die tatsächlich gesuchten Informationen. Wer richtig „googeln“ will, freut sich über jeden sinnvollen Tipp. Wir sagen Ihnen, worauf es bei der Google-Suche ankommt:

WO STEHEN DIE ERGEBNISSE?

Sicher nicht ganz oben: Wer ein populäres Suchwort wie „Klingelton“ bei Google eingibt, kann sich über die Ergebnisseite nur wundern. Denn über den eigentlichen Treffern stehen erst einmal die „Sponsored Links“, also die Werbeanzeigen. Darunter folgen Verweise auf Google-News zum Thema. Erst darunter stehen die eigentlichen Treffer. Übrigens: Auch bei den Ergebnissen auf der rechten Bildschirmhälfte handelt es sich um bezahlte Werbe-Verweise.

MEHR ÜBERSICHT BEI DEN TREFFERN

Wer regelmäßig mit Google sucht, sollte einmal auf den Verweis „Einstellungen“ rechts neben dem „Suchen“-Button klicken. Auf der nun folgenden Seite kann beispielsweise festgelegt werden, ob nur auf deutschen Internet-Seiten oder international gesucht werden soll. Auch die Anzahl der Ergebnisse, die auf einer Seite ausgegeben werden, lässt sich hier verändern. Sehr sinnvoll zudem: Die Option „Öffne für Suchergebnisse neues Browser-Fenster“ markieren, dann kann künftig mit der Tastenkombination Alt+Tab zwischen der Google-Seite und den Ergebnissen hin- und hergeschaltet werden.

SCHNELLER FINDEN MIT DER TOOLBAR

Der schnellste Weg zu Google führt über die Google-Toolbar. Die kleine Leiste erscheint nach der Installation unter der Menüleiste des Browsers, so dass man für eine neue Anfrage nicht erst zur Google-Seite wechseln muss. Man gibt den Suchbegriff in das Suchfenser der Toolbar ein, die Ergebnisse erscheinen in gewohnter Form.

WIE WIRD DIE SUCHE EINGESCHRÄNKT?

Über zu wenig Ergebnisse kann man sich bei Google selten beschweren. Häufig ist es vielmehr nötig, die Suche einzuschränken. Jedes zusätzliche Stichwort verfeinert bereits die Suche, da Google nur solche Seiten ausgibt, auf denen alle Begriffe gemeinsam auftauchen. Feststehende Begriffe oder Namen von Personen werden am besten gefunden, wenn sie in An- und Abführung stehen (zum Beispiel „gerhard schröder“). Sollen dann noch sämtliche Dokumente ausgegeben werden, die zwar den Bundeskanzler enthalten, nicht aber Verkehrsminister Manfred Stolpe, so hilft als Ausschluss das Minuszeichen in der Zeile „gerhard schröder“ -stolpe. Das Ausschlussverfahren hilft auch beim Eleminieren von Werbeseiten aus den Trefferlisten. Denn über den Ausschluss -kaufen oder -preisvergleich hinter dem Suchwort wird ein großer Teil dieser wenig informativen Seiten herausgefiltert.

SUCHEN AN BESTIMMTEN ORTEN

Oftmals weiß man sogar, auf welchen Seiten die gesuchte Information zu finden ist. Dann hilft der Zusatz „site“, um die Suche auf diese Internet-Adresse zu begrenzen. Die Anfrage hundesteuer site:www.berlin.de führt so auch nur die Google-Ergebnisse auf, die sich tatsächlich auf dem Berliner Stadtinformationsportal zu diesem Thema befinden. Auch der Zusatz filetype ist hilfreich. Wer hinter den Suchbegriff berlin filetype:ppt eingibt, wird mit PowerPoint-Präsentationen zu Berlin belohnt.

MANCHMAL MUSS ES MEHR SEIN

In seltenen Fällen ist es allerdings hilfreich, die Anfrage auszuweiten, beispielsweise um ein so genanntes Stoppwort, das sonst von Google ignoriert wird, einzubeziehen. Um direkt zur StarWars Episode I zu gelangen, gibt man am besten starwars +I ein.

WAS TUN, WENN TREFFER OFFLINE SIND?

Zu manchen Suchergebnissen existiert die Trefferseite möglicherweise gar nicht mehr oder ist zumindest im Moment nicht zu erreichen. Hier hilft Google über den Link „Im Cache“ weiter. Denn die Suchmaschine hat von vielen Seiten vorsorglich Abbilder gespeichert. Google dient somit auch in gewissen Maßen als Archiv des Internets.

WELCHE ALTERNATIVEN GIBT ES?

So dominant Google bei der Suche im Internet inzwischen geworden ist, ein Besuch bei anderen Suchmaschinen lohnt sich häufig. Vor allem Yahoo und MSN haben in letzter Zeit erheblich aufgeholt.Dies gilt sowohl für die Zahl der durchsuchten Webseiten als auch die Treffergenauigkeit. Wer bei Google nicht fündig wird, kann es auch einmal bei der deutschen Metasuchmaschine Metager.de versuchen. Metager sucht nicht selbst, sondern fasst die Ergebnisse einer Vielzahl kleiner und sehr spezialisierter Suchmaschinen zusammen.

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