Medien : RTL hat alles falsch gemacht

Matthias Kalle

Eine Fußballweltmeisterschaft zu übertragen, ist das Einfachste, was es gibt, sogar wir, die Autoren dieser Kolumne, könnten das tun: Spiele zeigen, davor und danach mit einem Experten sprechen, Gewinnspiele, Hintergrundberichte – fertig. Die Leute gucken das, während einer WM gucken die alles, da kann man nichts falsch machen. Gar nichts. Und dann versuchte sich gestern RTL daran und bewies das Gegenteil.

Menschen brauchen Urlaub, wenn sie das ganze Jahr arbeiten, 30 Tage gelten als grobe Richtlinie, nur Günther Jauch glaubt, er stünde über den Menschen, aber das stimmt nicht, er wirkte am Sonntag müde, verbraucht und auch etwas angenervt von dem Event-Wahnsinn, den RTL meint während dreier Fußballübertragungen an einem Tag abfeiern zu müssen: Man kasperte vor dem Brandenburger Tor herum, und dummerweise musste RTL auch noch die Formel 1 zeigen und bis auf Niki Lauda schämten sich alle Beteiligten für diese Langweiler-Veranstaltung.

Doch das brachte Zeit für Reiner Calmund, um irgendwo hinzufahren, und für Eva Padberg, um irgendwo hinzugehen, aber was genau die Aufgabe der beiden ist, blieb nur für die Sender-Verantwortlichen kein Rätsel. Ein Koch und eine ehemalige Schwimmerin, deren beider Namen mir gerade nicht einfallen, haben auch etwas mit der RTL-Übertragung zu tun, wahrscheinlich gibt es da Verträge. Genauso wie es Verträge mit Marco Schreyl und Pierre Littbarski gibt, hoffentlich sind die schnell kündbar. Schreyl trug hauptsächlich ein unmögliches Sakko und Littbarski bewies, dass nicht jeder, der mal einen Ball getreten hat, ins Fernsehen gehört: Als Co-Kommentator bot er eine Leistung, die nur zu vergleichen ist mit der von Arne Friedrich als Fußballer.

Kann RTL in der Vorrunde ausscheiden? Nein? Dann muss die Fifa einschreiten!

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