RTL : Showdown am Dom

Im RTL-Thriller "Das Papst-Attentat“ kommt Heiner Lauterbach als Killer mit Herz nach Köln.

Kurt Sagatz

Alles beginnt mit einer Prophezeiung. „In der Stadt der Engel wird ein Feuer vom Himmel fallen, und einen Monat später macht sich ein gefallener Engel auf, den Oberhirten im Hause des Herrn zu töten“, lautet die Weissagung, die ein achtjähriger Junge im Spanien von 1927 in einem gleißenden Licht erhält, das ihn erblinden lässt und seine beiden kleinen Freunde zu Tode erschreckt auf den spanischen Boden sinken lässt. 80 Jahre später, am Santa Monica Beach unweit von San Francisco, zieht der angekündigte Komet seine Bahn über den Pazifik, und Andrea Conti, Leibwächter des Heiligen Vaters in Rom, ahnt, dass die Joao-Prophezeiung nun beim Besuch des Papstes in Köln in Erfüllung zu gehen droht – wenn er es nicht schafft, den zweiten Teil der Prophezeiung umzusetzen. Und der besagt: „Sein Leben liegt in den Händen des letzten Aufgebots.“

In den ersten Minuten des RTL-Thrillers „Das Papst-Attentat“ wird der Zuschauer auf eine kleine Weltreise geschickt. Das göttliche Licht in Spanien und der Meteorit in Los Angeles, dann mit den BKA-Personenschützern Sara Sterz (Gesine Cukrowski) und Frank Dabrock (Max von Thun) nach Frankfurt, es folgt die Anwerbung des Profikillers Rami Hamdan (Heiner Lauterbach) in Afrika, bevor es über Wiesbaden und Rom nach Köln geht, wobei im Verlauf des Films auch der Libanon noch eine wichtige Rolle spielen wird.

So sprunghaft das „Papst-Attentat“ anfangs ist, später wird es zumindest besinnlich, fast schon metaphysisch. Überhaupt verzichten Holger Karsten Schmidt (Buch) und Rainer Matsutani (Regie) auf jegliche TV-Eventomanie und den Action-Overkill aus RTL-Serien wie „Alarm für Cobra 11“. Selbst die sonst üblichen künstlichen Komplikationen und die noch ärgerlicheren, weil vermeidbaren Fehler der Protagonisten gilt es nicht zu ertragen. Dennoch ist das „Papst-Attentat“ alles andere als ein Roman von Gabriel Garcia Marquez, sondern ein Thriller mit wohl dosierten Action-Elementen aus Explosionen, wilden Schießereien und einem Showdown am Kölner Dom. Der Papst ist in erste Linie die Projektionsfläche, gegen die sich die Gewalt richtet. Als Figur tritt er hingegen nur kurz in Erscheinung.

Dafür füllt Heiner Lauterbach seine Rolle in Rambo-Manier: Er redet wenig, blickt dafür umso böser in die Kamera. Bei aller Brutalität scheint immer wieder der Killer mit Herz durch, der Probleme damit hat, auf Frauen zu schießen – zumindest auf ganz bestimmte. Dankbarer ist die Rolle des Papst-Leibwächters Andrea Conti (Jean-Yves Berteloot), für dessen Charme die BKA-Kommissarin äußerst empfänglich ist. Überhaupt wird Sara Sterz zum Dreh- und Angelpunkt des Films. Als Frau zwischen zwei Männern, von denen der eine tötet, weil er den Glauben verloren hat, während der andere sein Leben für den Glauben hingeben würde. Ob da Hoffnung für ein Happy End bleibt? Kurt Sagatz

„Das Papst-Attentat“; RTL, 20 Uhr 15

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