Medien : RTL verfilmt Bohlens Leben

Telemesse I: Was der Kölner Privatsender sonst noch plant

Thomas Gehringer

Schon wieder Dieter Bohlen. Der „Deutschland sucht den Superstar“-Juror war der Quotengarant im RTL-Programm dieses Jahres – und soll es auch bleiben. Der Sender produziert Bohlens Bestseller-Buch „Nichts als die Wahrheit“ sogar als Zeichentrickfilm fürs Kino und will ihn später selbst ausstrahlen. „Dieter – Der Film – bei RTL“, kündigte RTL-Chef Gerhard Zeiler am Dienstagabend bei der Programmpräsentation von RTL auf der Telemesse an. Ab dem 3. September geht es dann mit der zweiten Staffel von „Deutschland sucht den Superstar“ los. Im nächsten Jahr soll eine „Superstar Junior“-Variante folgen, bei der sechs- bis 13-Jährige vorsingen dürfen.

Der zweite RTL-Star: Nachrichten-Mann Peter Kloeppel. Er wird weiterhin an Dokus arbeiten. Genauer gesagt an der Geschichte der Raumfahrt sowie der USA. Ansonsten sind Dokus nicht unbedingt die Stärke von RTL. Dann schon eher das erfolgreich eingeführte Format der „Timetainment“-Shows: Selbst die durch den Kinohit „Good Bye, Lenin!“ angefeuerte DDR-Nostalgie wird nun von den Kölnern weiterverarbeitet. Heraus kommt – ebenfalls am Mittwoch, nach Ablauf der „Superstar“-Staffel – „Die DDR Show“ mit Moderator Oliver Geißen. Ein neuer Showtrend ist in diesem Jahr nicht in Sicht, sieht man einmal davon ab, dass sich der Sender 2004 mit der zweiteiligen Jubiläumsshow „20 Jahre RTL“ selbst feiert.

Aber vielleicht wird es ja mit den Dating-Shows doch noch was, nachdem sich RTL Anfang 2001 mit „Ich heirate einen Millionär“ trotz guter Quoten einen peinlichen Flop geleistet hatte: Damals kannte der Möchtegern-Bräutigam regelwidrig die vermeintliche Überraschungsbraut. Nun wird „Der Traummann“ in sieben Folgen à 45 Minuten ins Rennen geschickt. Bei „The Bachelor“, dem US-Vorbild des Networks ABC, „befanden sich Hochkaräter wie Andrew Firestone, Erbe des Firestone-Imperiums“ unter den Traummännern, lässt RTL wissen.

Bei den Sitcoms wird das bewährte Freitags-Programm durch die Teenager-Serie „Schulmädchen“ und die Anwalts-Comedy „Unter Brüdern“ ergänzt. Wirklich gute Nachrichten sind dagegen, dass es ein Wiedersehen mit Wolke Hegenbarth in „Mein Leben & Ich“ sowie Bastian Pastewka in „Ohne Worte“ gibt. Bei den TV-Movies beschränkt sich RTL weiterhin auf wenige internationale Koproduktionen wie dem Science-Fiction-Abenteuer „Apocalypse Berlin“ und dem Actionfilm „Held der Gladiatoren“. Neben einigen angekauften Serien aus dem angelsächsischen Fernsehen gehen als deutsche Produktionen der „Millennium Mann“ mit Markus Knüfken sowie „Verschollen“ über den Überlebenskampf einer Touristengruppe auf einer Südsee-Insel an den Start.

Die Idee mit der einsamen Insel wird noch ein zweites Mal genutzt: Acht Prominente müssen sich 2004 in einem Dschungel-Camp bewähren. Die Zuschauer dürfen am Wochenende Kandidaten herauswählen. „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“, heißt das aus Australien stammende Format.

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