Rudi Dutschke : Facetten eines Revolutionärs

ZDF dreht eine Dokufiction über Rudi Dutschke - "Heldenverehrung" gibt es nicht

Hans-Christian Roestel

Heidelberg in Berlin: Der Hörsaal im Haus 3 des Berliner Oskar-Helene- Heims ist Drehkulisse für den Auftritt Rudi Dutschkes an der Heidelberger Uni, wo dieser am 27. Juli 1967 in der Neuen Universität für seine Bewegung „Subversive Aktion“ wirbt. Noch bis zum 9. Juni wird in Berlin und Umgebung sowie in Italien für die Dokufiction „Dutschke“ gedreht. Gestern stellte das ZDF mit der Produktionsfirma teamWorx und den Hauptdarstellern Christoph Bach (Rudi Dutschke), Emily Cox (Gretchen Dutschke), Pasquale Aleardi (Gaston Salvatore) und Matthias Koeberlin (Bernd Rabehl) Ausschnitte vor.

Die Dramaturgie mischt Filmszenen mit Zeitzeugen-Interviews. Neben Dutschkes Ehefrau Gretchen kommen Gaston Salvatore als damaliger enger Freund oder Bernd Rabehl, Mitbegründer der 68er-Bewegung, zu Wort. Auch Eberhard Diepgen, CDU-Politiker und ehemaliger Regierender Bürgermeister von Berlin, wird als Mitglied einer „schlagenden Verbindung“ befragt. Christoph Bach, Jahrgang 1975, musste nach eigenem Bekunden Rudi Dutschke erst kennenlernen, sich für dessen „Körperlichkeit“ interessieren. Matthias Koeberlin alias Bernd Rabehl hingegen, 1974 geboren, erzählte von intensiven Auseinandersetzungen in seiner Jugend innerhalb der eigenen Familie mit dem Thema Dutschke.

Hans Janke, Leiter der Abteilung Fernsehspiel beim ZDF, bezeichnete den Film über den Studentenführer, der 1979 an den Folgen eines Attentats gestorben ist, als „filmisches Traktat, einen Essay“. Er werde eine „pure und ernst gemeinte“ Auseinandersetzung mit der Person Dutschkes und seinem Umfeld sein. Für Produzent Nico Hofmann will „Dutschke“ keine „Heldenverehrung“ sein. Das Buch stammt von Daniel Nocke, Regie führt Stefan Krohmer. Der Film soll noch in diesem Jahr im ZDF gezeigt werden. Hans-Christian Roestel

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