Rücksicht auf Opfer in Berlin : ARD verschiebt Terror-"Tatort"

Eigentlich wollte die ARD am Neujahrstag den "Tatort: Sturm" zeigen. Jetzt wird er auf den 29. Januar verschoben. In "Sturm" ging es auch um Terror.

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Szene aus dem "Tatort: Stur": Muhammad Hövermann (Felix Vörtler) hat sich in der Bank verschanzt, mit einem Sprengstoffgürtel.
Szene aus dem "Tatort: Stur": Muhammad Hövermann (Felix Vörtler) hat sich in der Bank verschanzt, mit einem Sprengstoffgürtel.Foto: WDR/Frank Dicks

Die ARD verschiebt den für den Neujahrstag geplanten "Tatort: Sturm" des Westdeutschen Rundfunks auf den 29. Januar 2017. Stattdessen wird am Neujahrstag der "Tatort: Söhne und Väter" des Saarländischen Rundfunks gezeigt, heißt es in einer ARD-Mitteilung vom Donnerstag.

Volker Herres, Programmdirektor Erstes Deutsches Fernsehen, begründete diese Entscheidung so: "Sturm" ist ein hochspannender "Tatort" des WDR, der mit dem Selbstmordattentat eines Islamisten endet: mit Bildern und Eindrücken, die Assoziationen zum Terroranschlag auf den Weihnachtsmarkt in Berlin wecken." Natürlich müsse ein "Tatort" nah an gesellschaftlichen Realitäten sein. "Aber mit Rücksicht auf die Opfer, ihre Angehörigen, Betroffene und das Empfinden von Zuschauern wollen wir diesen ,Tatort' nicht am Abend des ersten Tages im neuen Jahr, sondern mit größerem zeitlichen Abstand zeigen", sagte Herres.

Noch am Mittwoch hatte es vom WDR geheißen, dieser "Tatort" solle trotz des Anschlags von Berlin wie geplant am Neujahrstag ausgestrahlt werden. Dann aber hat die ARD-Programmdirektion die Entscheidung darüber an sich gezogen.

Vergleichbar vorgegangen war das Erste auch nach den Attentaten im November 2015 in Paris. Der "Tatort: Fegefeuer" mit Til Schweiger, wie "Sturm" ein Film mit Terror-Fokus, wurde damals aus Pietätsgründen verschoben.

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