Medien : Ruf aus Wien

RTL-Chef nährt Spekulationen um Führungswechsel beim Sender

Christian Hönicke/Markus Huber

Steht ein baldiger Wechsel in der Führungsetage von RTL bevor? Geschäftsführer Gerhard Zeiler zumindest deutete Anfang der Woche das Ende seiner Tätigkeit an. In der „Financial Times Deutschland“ sprach der 48- Jährige davon, dass „in ein bis zwei Jahren“ über seinen Nachfolger entschieden werden solle. Das sorgte für einiges Aufsehen, auch intern. RTL-Mitarbeiter bekamen umgehend eine Mail, in der versichert wurde, dass Zeiler auf jeden Fall bis 2008 Geschäftsführer bleiben wird. Fest steht aber: In „ein bis zwei Jahren“, genauer gesagt im Herbst 2006, sind Parlamentswahlen in Österreich. Schon länger wird spekuliert, dass der frühere Kanzlersekretär als Bundeskanzler seines Heimatlandes kandidieren werde. Zeiler gilt bei den Sozialdemokraten als eine von zwei möglichen Optionen für einen Spitzenkandidaten. Ranghohe SPÖ-Politiker wie Wiens Bürgermeister Michael Häupl haben bereits angefragt.

Doch damit nicht genug: Von Zeilers Weisheit, man solle nie länger als zehn Jahre an seinem Posten hängen, dürfte sich auch Landsmann Hans Mahr angesprochen gefühlt haben. Er ist seit zehn Jahren Chefredakteur bei den Kölnern, auch um seine Zukunft ranken sich Gerüchte: Kehrt er zur „Kronen-Zeitung“ zurück, quasi als Ideallösung im Streit zwischen der österreichischen Dichand-Familie und der deutschen „WAZ“- Gruppe um die Vorherrschaft beim Wiener Boulevardblatt? „Da passiert erst mal gar nix“, sagt Mahr. Er werde seine Zukunft zu gegebener Zeit mit Zeiler besprechen, aber nicht „in den nächsten Monaten“. Auch der 54-Jährige ist zwar der Meinung, man solle nicht zu lange auf einer Position bleiben. „Aber das Thema ist nicht immanent, mein Vertrag läuft noch bis Ende 2005.“ Und dann? „Keine Ahnung.“

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