Rundfunk : Größter Zahler: WDR und Radio Multikulti

Am 1. Januar 2009 ersetzt das Funkhaus Europa des WDR das Radio Multikulti des RBB auf der Berliner UKW-Frequenz 96,3 Mhz. Das spart dem Berlin-Brandenburger Geld und kostet den Westdeutschen Rundfunk Geld.

Joachim Huber
Piel
WDR-Intendantin Monika Piel -Foto: WDR

Das will dem WDR-Rundfunkrat erklärt sein, warum Gebührengelder vom Westen in den Osten fließen sollen. Intendantin Monika Piel sagte dem Gremium am Mittwoch, die beabsichtigte Ausstrahlung von Funkhaus Europa sei „auf ausdrücklichen Wunsch von Dagmar Reim“ zustande gekommen. Die WDRChefin wollte dem Eindruck entgegentreten, der Sender habe sich dem RBB aufgedrängt, vielmehr sei der WDR einer Bitte aus Berlin nachgekommen .

Piel sagte, in den nächsten Tagen würden Gespräche darüber geführt, inwieweit einzelne, derzeit von Radio Multikulti erstellte Sendungen von Funkhaus Europa weiterhin in Berlin produziert werden könnten. Auch die Beschäftigung von freien Mitarbeitern und/oder Redakteuren aus Berlin und die Nutzung technischer Ressourcen soll geklärt werden. Was den WDR das verstärkte Engagement in Berlin kosten wird, ist laut WDR-Sprecher Magnus Schweers noch nicht bezifferbar. Der RBB hatte den jährlichen Spareffekt durch das Aus für Radio Multikulti mit rund drei Millionen Euro angegeben.

Die WDR-Intendantin ging indirekt auch auf die Debatte um eine gerechtere Verteilung der Gebühren zwischen den ARD-Sendern ein. Piel erinnerte daran, dass der WDR mit 44,5 Prozent, sprich rund 23 Millionen Euro jährlich weiterhin der größte Zahler im ARD-Finanzausgleich sei. Zusätzliche und bilaterale Leistungen ließen die Summe auf 60 Millionen Euro ansteigen. So stütze beispielsweise der WDR den RBB beim gemeinsam betriebenen Studio in Warschau. Dieser Hinweis ging an RBB-Intendantin Reim, die nicht müde wird, den ihrer Ansicht nach ungerechten Anteil an den Gebühren zu beklagen. Und MDR-Chef Udo Reiter wurde aus Köln daran erinnert, dass die prognostizierten Gebührenausfälle für den WDR „exakt so hoch“ seien wie für den MDR. Joachim Huber

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