Rundfunk : Streik ums Geld im RBB: Der Tarifkonflikt greift aufs Programm über

Am Dienstag wollen die RBB-Geschäftsleitung und die Gewerkschaften Verdi und Deutscher Journalisten-Verband (DJV) ihre Tarifverhandlungen wieder aufnehmen. Es wird nicht ausgeschlossen, dass es bis dahin zu weiteren Streikmaßnahmen im Sender kommen könnte.

Joachim Huber

Am Freitag hatten nach Angaben von Verdi rund 250 Mitarbeiter aus den Bereichen Technik und Produktion die Arbeit niedergelegt, der DJV beteiligte nicht an der Aktion. Die „Abendschau“ wurde deswegen mit deutlich reduziertem Angebot vom Tauentzien gesendet, „Brandenburg aktuell“ und „RBB aktuell“ fielen komplett aus, dafür wurden Ersatzprogramme ausgestrahlt. RBB-Verwaltungsdirektor Hagen Brandstäter sprach von einer Aktion „auf dem Rücken der Gebührenzahler“. Am 1. Oktober hatte es bereits einen Warnstreik beim RBB-Inforadio gegeben, dafür wurde MDR Info ausgestrahlt.

Die RBB-Geschäftsführung hat über zwei Stufen 2009 und 2010 insgesamt 4,4 Prozent mehr Gehalt und eine Anhebung des Familienzuschlags auf 120 Euro pro Kind angeboten. „Wir haben ein sehr gutes Angebot vorgelegt, erst recht, wenn man die schwierige finanzielle Situation des RBB berücksichtig“, sagte Unternehmenssprecher Ralph Kotsch. Mit diesem Paket bewege sich der RBB im Rahmen der ARD-Tarifabschlüsse. Die Forderungen der Gewerkschaften liefen auf eine Steigerung von elf Prozent hinaus.

Die Gewerkschaft Verdi fordert nach eigenen Angaben 5,4 Prozent mehr Gehalt sowie einen „monatlichen Festbetrag als soziale Komponente“. Wie hoch dieser Sockelbetrag für alle Mitarbeiter sein soll, ist noch unklar, mal ist von 30 bis 50 Euro die Rede, mal von 100 Euro. Ein Verdi-Vertreter war für diese Frage nicht zu erreichen. Der RBB lehnt den Sockelbetrag ab, er verweist auf den Familienzuschlag als sozialer Komponente.

In den bisherigen Verhandlungsrunden haben sich beide Seiten zwar aufeinander zubewegt, trotzdem ist der Optimismus für eine Einigung am Dienstag eher gering. Der alte Tarifvertrag war Ende September ausgelaufen.

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