Update

Rundfunkbeitrag : ARD gegen Gebührensenkung wegen verlorener Sportrechte

ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky sieht trotz Aus bei Olympia-TV und Champions League keinen Spielraum für Beitragssenkungen. Anders ZDF-Intendant Thomas Bellut.

Die ARD sieht kein Einsparpotenzial bei Sport-Übertragungen.
Die ARD sieht kein Einsparpotenzial bei Sport-Übertragungen.Foto: dpa

Die ARD sieht keinen Spielraum für Beitragssenkungen aufgrund von weniger Sport-Übertragungen. „Von einem grandiosen Verlust an Sportrechten für die Öffentlich-Rechtlichen kann derzeit nun wirklich nicht die Rede sein“, sagte ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky der Nachrichtenagentur dpa. „Die Relevanz von ARD und ZDF im Bereich des Livesports wird selbstverständlich auch zukünftig sehr hoch sein, schließlich sind wir nach wie vor Halter von in Deutschland enorm bedeutenden Sportrechten.“ Das reicht beim Fußball von Bundesliga-Rechten für „Sportschau“ (ARD) und „Sportstudio“ (ZDF) bis zu den Welt- und Europameisterschaften 2018 und 2020. Zu den großen Rechtepaketen gehört zudem der komplette Wintersport. ARD und ZDF haben sogar mehr Rechte als sie selber nutzen können. Für die derzeit laufenden Fußball-Turniere Confed Cup und U21-EM ist ein Teil an Sport1 per Sublizenz weitergereicht worden. Der Spartensender zeigt Spiele ohne deutsche Beteiligung. Auch das spart Geld.

KEF prüft Einsparpotenzial


Zuvor hatte Heinz Fischer-Heidlberger als Chef der Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) in der „Sportbild“ gesagt: „Die Kommission wird die Einsparpotenziale sorgfältig prüfen und die Differenz aus nicht benötigten Mitteln für Sportrechte und Kosten des Ersatzprogramms ausweisen.“ Zuletzt hatte das ZDF den Poker um die Fußball-Rechte der Champions League verloren. Auch die Olympischen Spiele laufen vom kommenden Jahr an nicht mehr bei ARD und ZDF.


ZDF-Intendant Thomas Bellut hatte nach dem Verlust der CL-Rechte mit der Ansage reagiert, das Zweite würde auf den Sendeplätzen der Champions League dann vermehrt Fiction, das „Aktenzeichen XY“ („da wird es sicherlich eine Ausgabe mehr geben“), das „Auslandsjournal“ und Dokumentationen zeigen. Der Intendant schloss auch nicht aus, Mittel zu sparen. „Es könnte ja sein, dass wir einfach weniger Bedarf anmelden.“
Die Grundsatzfrage ist gestellt: Investieren ARD und ZDF das eingesparte Geld in andere Programm als Sport oder wieder in Sportrechte, die zu erwerben immer teurer wird?

Autor

16 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben