Rupert Murdoch : Ego groß, Gewinne hoch

Rupert Murdoch verteidigt sich als Medienunternehmer. Sein wirtschaftlich wichtigstes Geschäftsfeld, der Fernseh- und Telekommunikationskonzern BSkyB, macht zudem erhebliche Gewinne.

In Abwehrhaltung. Rupert Murdoch.
In Abwehrhaltung. Rupert Murdoch.Foto: Reuters

Medienzar Rupert Murdoch hat am Mittwoch die scharfe Kritik eines britischen Parlamentsausschusses an seiner Unternehmensführung zurückgewiesen. Die Einschätzung des Ausschusses, er sei als Medienunternehmer „nicht geeignet“, sei nicht gerechtfertigt und „extrem voreingenommen“, heißt es in einem Schreiben Murdochs an die Mitarbeiter der britischen Verlagsholding News International. In der Gruppe erscheinen die Zeitungen „The Times“, „Sunday Times“ sowie das Boulevardblatt „The Sun“.

Der Ausschuss hatte in seinem Abschlussbericht erklärt, in Murdochs Konzern News Corporation seien illegale Abhörpraktiken und Bestechung an der Tagesordnung gewesen und die Führung habe weggeschaut. Es habe eine „Kultur des Verschleierns“ gegeben, das Parlament sei „absichtlich getäuscht“ worden. Dass Rupert Murdoch, 81, und sein Sohn James, 39, nichts von den Praktiken gewusst haben wollen, bewertete das Gremium als „erstaunlich“.

Unterdessen machte Murdochs wirtschaftlich wichtigstes Geschäftsfeld, der Fernseh- und Telekommunikationskonzern BSkyB, erhebliche Gewinne. In den ersten neun Monaten des Ende Juni zu Ende gehenden Geschäftsjahres 2011/2012 stieg der operative Gewinn um 25 Prozent auf 939 Millionen Pfund (1,1 Milliarden Euro). Auch die Zahl der Abo-Kunden ging nach oben. Die BSkyB-Aktie kletterte an der Börse um rund zwei Prozent. Murdoch hält an dem britischen Konzern 39,1 Prozent. Sollte die Medienaufsicht bei ihrer Untersuchung zu einem ähnlichen Ergebnis kommen wie die Parlamentarier, könnte ein Zwangsverkauf von Anteilen drohen.

In dem Schreiben an die News-International-Mitarbeiter gestand Murdoch aber auch Schuld ein. Der Ausschuss habe „harte Wahrheiten“ herausgestellt. Es sei einiges falsch gemacht worden und die Reaktionen darauf seien zu langsam und zu defensiv ausgefallen. dpa/Tsp

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