Medien : Russische Stimmen

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Tom Peuckert verrät, was

Sie nicht verpassen sollten

Wer beruflich mit Büchern zu tun hat, freut sich auf Frankfurt. Am Dienstag beginnt das große Betriebsfest der Literaturbranche. Der wie immer leicht hysterische Tanz des Distributionsapparates um sich selbst. Passionierte Leser wird das wenig interessieren, schließlich brauchen die ihre ganze Zeit für spannende Bücher. Für Lesepausen empfehlen wir trotzdem ein paar interessante Sendungen zur Buchmesse. Alexander Nitzberg hat, passend zum diesjährigen Schwerpunkt Russland, Dokumente der russischen Poesie aus den Archiven gegraben. „Von Achmatowa bis Mandelstam“ heißt seine Sammlung legendärer Dichterstimmen. Im Originalton zu hören sind Majakowski, Jessenin, Mandelstam und andere. Sogar Leo Tolstoi ist hier in einer frühen Schallplattenaufnahme präsent. Kurz vor seinem Tod sprach der greise Dichter ein flammendes Poem gegen die Todesstrafe in ein Mikrofon. Eine Rarität, die man einfach gehört haben muss (Deutschlandfunk, 8. Oktober, 20 Uhr 30, UKW 97,7 MHz).

Florian Felix Weyh beschäftigt sich dagegen mit Phänomenen, die den Buchmarkt der Zukunft prägen werden. Weil Kopiermaschinen heute perfekt und billig sind, lassen sich mittlerweile für wenige hundert Euro Bücher in Kleinstauflage herstellen. Könnte da nicht jeder Autor zu seinem eigenen Verleger werden? Mit persönlicher Werbestrategie und einer Internetadresse, über die Leser direkt bei ihm bestellen? Warum also noch Geld ausgeben für all jene, die gerade in Frankfurt so fröhlich feiern? Weyhs Feature „Vom Kopiergerät zur Buchmaschine“ beleuchtet Hinter und Abgründe solcher Visionen (Deutschlandfunk, 10. Oktober, 20 Uhr 10).

Wer nichts vom aktuellen Betrieb wissen will, findet vielleicht an antiken Stoffen sein Vergnügen. Autor Garleff Zacharias-Langhans hat einen Text des Geschichtsschreibers Thukydides fürs Radio bearbeitet und damit gerade einen Hörspielpreis gewonnen. „Der Melierdialog“ erzählt, wie die Bewohner der Insel Melos mit den mächtigen Athenern um ihre Freiheit feilschen (Deutschlandfunk, 7. Oktober, 20 Uhr 10). Aristophanes’ berühmte Komödie „Der Frieden“ war vor Jahrzehnten ein riesiger Publikumserfolg im Ost- Berliner Deutschen Theater. Die Inszenierung nach einer Neufassung des Dramatikers Peter Hacks wurde damals auch als Hörspiel produziert. Mit vielen Stars des DDR-Theaters, die sich noch heute genießen lassen (Deutschlandfunk, 4. Oktober, 20 Uhr 05).

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