Russland : Moskaus Strafe: BBC verliert Frequenz

Aus politischen Gründen sollen der BBC UKW-Sendefrequenzen in Russland verboten worden sein. Russische Medien berichteten, die Abschaltung sei als Strafaktion zu sehen.

Dem britischen Rundfunksender BBC sind nach Informationen russischer Medien seine UKW-Sendefrequenzen in Russland aus politischen Gründen entzogen worden. Die Abschaltung der letzten UKW-Frequenz für BBC-Radioprogramme in Russland sei als Strafaktion gegenüber der britischen Regierung zu verstehen, berichteten am Montag die Tageszeitung „Gazeta“ und das Wirtschaftsblatt „RBK Daily“.

„Die Beziehungen mit London haben sich verschlechtert, und die ehrenrührigen Sendungen aus London mussten gestoppt werden“, sagte der Politikexperte Dimitri Oreschkin der „Gazeta“. Die Beziehungen zwischen Moskau und London sind unter anderem wegen der Ermordung des Kreml-Kritikers Alexander Litvinenko im November in London gespannt. Das Wirtschaftsblatt „RBK Daily“ zitierte einen namentlich nicht genannten Medienmanager mit der Aussage: „Die Informationslandschaft in Russland kommt zunehmend unter Kontrolle der Regierung, und es gibt kaum noch Platz für gesellschaftspolitische Medien aus dem Ausland.“ Die BBC hatte zuvor mitgeteilt, dass der Moskauer Sender Radio Bolschoi ihre Programme nicht mehr übernehme, nachdem die Behörden dem Sender einen Verlust seiner Sendelizenz angedroht hatten. Zuvor waren bereits BBC-Frequenzen in Moskau und St. Petersburg eingestellt worden. Der BBC-Empfang über die qualitativ schlechtere Mittel- und Kurzwelle sowie über Internet ist weiterhin möglich. (mit AFP/Tsp)

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