Saarland-"Tatort" mit Devid Striesow : Zweimal verschoben, nun im Programm

Perlhuhn auf Himbeeren: Ein Koch versalzt den Kommissaren im Saar-„Tatort“ die Suppe.

Wie eine verschlossene Auster: Koch Carlinó (Jophi Ries, li.) im Gespräch mit Kommissar Stellbrink (Devid Striesow).
Wie eine verschlossene Auster: Koch Carlinó (Jophi Ries, li.) im Gespräch mit Kommissar Stellbrink (Devid Striesow).Foto: SR/Manuela Meyer

Ohne Sternekoch Jean Carlinó (Jophi Ries) säße Karim Löscher (Emilio Sakraya) ganz schön in der Bredouille. Zusammen mit seinen beiden Freunden Pascal und Enno ist er in ein Beerdigungsinstitut eingebrochen und hat dem verhassten Stiefvater Dirk Rebmann, der dort aufgebahrt lag, mittels eines Schweineschwanzes posthum gezeigt, was er von ihm gehalten hat. Zu einem „Tatort“-Fall für Jens Stellbrink (Devid Striesow) von der Saarbrücker Mordkommission wird dieser zwar widerliche, aber juristisch wenig brisante Streich jedoch erst dadurch, dass Freund Enno am nächsten Tag erfroren in der Kühlkammer gefunden wird und sich zudem herausstellt, dass der Stiefvater – ein ehemaliger Tour-de-France-Etappensieger, der nun in der Berufsschule unter anderem die drei Jungen unterrichtet hat – ebenfalls keines natürlichen Todes gestorben ist.

Der „Tatort“ mit dem Titel „Söhne und Väter“ war bereits vor einigen Wochen ein Medienthema. Nach dem Terroranschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz hatte die ARD sich entschlossen, die zunächst für Neujahr vorgesehene „Tatort“-Folge „Sturm“ aus Dortmund zu einem späteren Zeitpunkt auszustrahlen. Die Episode endet mit dem Selbstmordattentat eines Islamisten. „Mit Rücksicht auf die Opfer, ihre Angehörigen, Betroffene und das Empfinden von Zuschauern wollen wir diesen ,Tatort‘ nicht am Abend des ersten Tages im neuen Jahr, sondern mit größerem zeitlichen Abstand zeigen“, hatte ARD-Programmchef Volker Herres den Schritt begründet. So viel Nähe zu gesellschaftlichen Realitäten sei selbst für ein Format wie den „Tatort“ zu viel.

Noch ist offen, wann "Sturm" ausgestrahlt wird

Zunächst sollte der Saar-„Tatort“ vorgezogen werden, doch nur wenige Tage nach der Ankündigung wurde sie postwendend zurückgezogen. Der Saarländische Rundfunk hatte darauf gedrängt, „Söhne und Väter“ am ursprünglichen Termin zu zeigen, um wie auch in den Vorjahren mit einer aktuellen „Tatort“-Folge das Max-Ophüls-Filmfestival in Saarbrücken zu eröffnen. Nachdem der SR zufriedengestellt wurde, bleibt nun noch die Fragen, wann „Sturm“ ausgestrahlt wird.

Im aktuellen Fall hat Koch Carlinó, bei dem Karim in die Lehre geht, als Ex-Knacki jedenfalls genügend Erfahrung mit der Polizei. Er steht Karim in der äußerst verzwickten, aber sehr kurzweiligen „Tatort“-Episode mit Rat und – was noch viel wichtiger ist – mit Tat zur Seite. Zu einem interessanten Vater-Sohn-Gespräch kommt es auch zwischen Stellbrink und seinem Sohn Moritz, der sich während seines Besuchs in Saarbrücken mit Polizistin Mia anfreundet. „Sie ist ein bisschen zu alt für dich“, sagt der Vater zu dem Sohne und bekommt ein „und zu jung für dich“ als Antwort. Kurt Sagatz

„Tatort: Söhne und Väter“, ARD, Sonntag, 20 Uhr 15

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Tausend Mal 'Tatort'
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