Sarah Wiener : Ab in die Küche!

Sarah Wiener holt Kinder an die Töpfe - auch zum Kaninchenschlachten. Die zehnteilige Serie "Sarah und die Küchenkinder" beginnt am Montag jedoch zunächst mit Spaghetti und Tomatensoße.

Bernd Matthies
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Sarah hilft.

Gegen Ende der Serie fließt Blut, die provencalische Idylle mit Kindern wird durch das Schlachten von Kaninchen gestört – nicht untypisch für den realistischen Blick, den Sarah Wiener wählt, wenn sie für Arte an den Herd eilt. Sie war für den deutsch-französischen Sender in den vergangenen Jahren auf der Suche nach den regionalen Kochtraditionen als Edel-Azubi in Italien und Frankreich unterwegs; nun ist sie für eine Gruppe von polyglotten Kindern in die Rolle der Lehrerin gewechselt. „Sarah und die Küchenkinder“ heißt die Serie, die von heute an in zehn Folgen ausgestrahlt wird, beginnend mit Spaghetti und Tomatensoße.

Selbst der Kaninchentod ändert nichts daran, dass der Dokumentarfilmer Enrique Sánchez Lansch („Rhythm is it!“) hier eine betont heile Welt inszeniert hat. Die zwölf Küchenkinder, zwölf bis 16 Jahre alt, kommen aus Deutschland, Frankreich, Belgien und der Schweiz. Sie wirken allesamt, als seien sie bessergestellten Diplomatenfamilien entliehen worden, die Welt der Sozialkatastrophen-Dokus könnte ferner nicht sein. Doch das stört den Charme und Realismus der Darstellung nicht. Die Kamera beobachtet diskret, beeinflusst aber nicht und zeigt so das quasi naturgegebene Interesse der Kinder an allem, was sich zwischen Topf und Pfanne tut.

Sarah Wiener gibt die strenge Anleitungskraft. Ihre Botschaft: Kinder können spielerisch kochen, aber Kochen ist kein Kinderspiel. Ohne Konzentration und Übung kann es nicht gelingen. So arbeiten sich die Küchenkinder voran, lernen nicht nur Vorbereiten und Garen, sondern machen sich auch ein Bild von Herkunft und Erzeugung der Rohstoffe, arbeiten im Garten und versorgen Tiere. Eine heile Welt, die funktioniert, und die die Idee von Europa ein wenig konkreter erscheinen lässt.

„Sarah und die Küchenkinder“, Arte, montags bis freitags, vom 6. bis zum 17. April, 20 Uhr 15

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