Sat-1-Drama : Kampf ums Kind

Der Film "Meine Tochter nicht!" erzählt vom Einbruch von Drogen und Drogensucht in die Welt einer heilen Familie.

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Hier gilt es kein filmisches Meisterwerk zu rühmen, sondern ein Thema zu markieren, das dieser Film behandelt. „Meine Tochter nicht!“ erzählt vom Einbruch von Drogen und Drogensucht in die Welt der Familie Hofer. Vater, Mutter und Nadja, die ihren 16. Geburtstag feiert. Es gibt Kuchen, einen Laptop fürs Kind, Sekt, sorgenfreier kann Gegenwart nicht aussehen. Ist sie aber nicht. Nadja hat einen Freund, Robi heißt er, mit ihm will sie feiern. Robi ist ein Junkie. Die Eltern, der Steuerberater Paul (Bernhard Schir) und die Wellnessstudio-Betreiberin Maria (Lisa Martinek), kommen erst allmählich dahinter und geraten in dem Maße, wie Nadja von Robi und den Drogen abhängig wird, in den Teufelskreis der Sucht und der Süchtigen. Der bisherige Lebenskreis platzt auf, Kampf um die Tochter, Kampf gegen Robi. Es kommt zu einem Ende, das die Mittellage zwischen schlimmen und gutem Ende hält.

Das gibt dem Film die Kraft und Glaubwürdigkeit, die er vorher nicht so recht investiert hat. Grobkörnig wird erzählt, schablonenhaft sind die Figuren, es holtert und es poltert – Familie Mustermann wird mustergültig in die Lösung eines Musterfalles geschickt. Was Lisa Martinek und Bernhard Schir als Elternpaar, was Nikola Rudle (Nadja) und Christopher Schärf (Robi) zeigen, bringt die Geschichte zügig voran und deren Personal an den Rand der Kolportage. Konstanze Breitebner hat das Dutzend-Buch geschrieben, Wolfgang Mumberger die allfällige Regie geführt. „Meine Tochter nicht!“ hält sich – mit einiger Mühe – im sehenswerten Bereich.

Man kann diese 90 Minuten auch anders beurteilen, die bisherigen Einwendungen vergessen, die Minusgrade bei der intellektuellen und der künstlerischen Anstrengung. „Meine Tochter nicht!“ schiebt ein beachtenswertes Thema ins Fernsehen: das Thema mit den Drogen, aber sehr viel wichtiger noch die Frage, wie eine Familie, wie Erwachsene die drohende Katastrophe des eigenen Kindes verhindern wollen. Was, wenn sich das Leben plötzlich auf die sonnenabgewandte Seite dreht? Und weil der Film diese Geschichte erzählt, ist dieser Film zu beachten.

„Meine Tochter nicht!“, 20 Uhr 15, Sat 1

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