Sat 1 : Kerner kommt aus dem Quotenkeller

Das Talkmagazin mit Johannes B. Kerner bei Sat 1 hat nach einem verheerenden Start nun die erste Million sicher.

Joachim huber

Das ist echte Kärrner-Arbeit, die Johannes B. Kerner bei Sat 1 leisten muss. Aber er leistet sie. Sein Talkmagazin, verheerend am Montag gestartet, dann bei gleichbleibend verheerender Nachfrage auf den Donnerstag verlegt, beginnt Boden unter die Füße zu bekommen. „Kerner“ kommt von unten, er kommt aus dem Quoten-Keller. Auch wenn es am vergangenen Donnerstag zu keinem Platz unter den Top 30 der Einschaltquoten langte, stimmt der Aufwärtstrend. Ein Marktanteil von über zehn Prozent ist keine Ausnahme, sondern die Regel geworden. Fünf der letzten sechs Ausgaben schafften diesen Wert. Insgesamt schalteten dieses Mal 1,18 Millionen Zuschauer ein, darunter waren 780 000 in der Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen. Der Marktanteil von 10,8 Prozent trifft exakt den Sat-1-Schnitt.

Was dem Sender und seinem als große Hoffnung eingekauften Moderator Mut machen muss, ist die Tatsache, dass die Quoten von „Kerner“ in der Spitze immer noch vom vorhergehenden Programm abhängig sind, nicht mehr aber beim Fundament. Ein starker Hollywood-Film und Fußball auf europäischer Ebene führen dem anschließenden Talkmagazin Zuschauer zu, klar, und doch scheint sich ein spezifisches „Kerner“-Publikum herauszubilden. Die erste Million ist sicher.

Das inhaltliche Konzept ist, sehr ähnlich wie bei „Stern TV“ von Günther Jauch, die berühmte „Wundertüte“. Themen quasi aus der Mitte des Volkskörpers. Also startete „JBK“ am Donnerstag Jauch-like mit einem Quiz im Studiopublikum, Anlass war die bekannt gewordene Bildungsmisere von Jugendlichen, die deswegen keinen Ausbildungsplatz finden. Deutschland, ein Land im Schilderwald, mag auch jeden interessieren. Und „Dr. Tod“, den Plastinator Gunther von Hagens, kann keiner leiden, kennt aber jeder. Wann kommt Oliver Pocher vorbei, jener Comedian, der für Sat 1 immer noch den Quotenkeller besetzt hält? Joachim huber

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