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Satiremagazin empört über "heute-show" : "Titanic"-Chef: "Die Rechnung ist in der Post"

Die "Titanic" wirft dem ZDF-Satirenmagazin "heute-show" vor, schamlos Witze geklaut zu haben. Dem Sender wird jetzt die Rechnung aufgemacht

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Frisch geklaut, ist halb gewonnen? In der "heute-show" vom 29. Mai wird das Brettspiel "Die Siedler von Katar" vorgestellt.
Frisch geklaut, ist halb gewonnen? In der "heute-show" vom 29. Mai wird das Brettspiel "Die Siedler von Katar" vorgestellt.Screesnhot: Tsp

Beim Zweiten Deutschen Fernsehen steht die Posteingangsstelle jetzt unter verschärfter Beobachtung. Stündlich wird auf dem Mainzer Lerchenberg mit Post aus Frankfurt am Main gerechnet. Absender: das Satiremagazin "Titanic". Empfänger: die ZDF-Redaktion, die für die "heute-show" verantwortlich ist. Inhalt: Eine Rechnung der "Titanic". Das Satiremagazin will finanzielle Wiedergutmachung für den aus seiner Sicht schamlosen Klau von Witzen durch die "heute-show". "Titanic"-Chef Tim Wolff sagte dem Tagesspiegel: "Bei uns hat sich das ZDF nicht gemeldet. Die Rechnung ist in der Post. Wir beobachten unser Konto." Das ZDF scheint von der "Titanic"-Aktion auf jeden Fall verunsichert. "Es handelt sich offensichtlich um einen Scherz der ,Titanic'. Auch ist bei der Redaktion bislang keine Rechnung eingetroffen."

Auf der Hompepage www.titanic-magazin.de ist eine Galerie von "Titanic"-Gags eingestellt, die glasklar belegen soll, wie sich die Oliver Welkes vom zweiten Kanal ungeniert bei Ideen und Gags bedient haben. Dazu wird formuliert: "Die Redaktion des endgültigen Satiremagazins TITANIC hat mit Stolz zur Kenntnis genommen, seit Jahren für die Heute-Show (ZDF) als Autorenkollektiv, Gaglieferant und Grafikschmiede tätig zu sein – bisher ehrenamtlich (s. Klickstrecke). Das ändert sich nun: Die Sommerpause der Heute-Show soll genutzt werden, um eine für beide Seiten finanziell zufriedenstellende Lösung zu finden." Die Staranwälte der "Titanic" würden optimistisch in die Verhandlungen gehen. Sie freuten sich, dass das Frankfurter Traditionsmagazin künftig nicht mehr nur von ehrlichen Käufern finanziert werde, sondern auch aus dem prall gefüllten öffentlich-rechtlichen Gebührentopf schöpfen dürfe – "und sich damit in der erlesenen Gesellschaft von Fifa, DFL, Thomas Gottschalk und Oliver Welke wiederfinden wird".

Erster! Die "Titanic" hatte vor der "heute-show" Fifa und Brettspiel zusammengebracht.
Erster! Die "Titanic" hatte vor der "heute-show" Fifa und Brettspiel zusammengebracht.Screenshot: Tsp

Beeindruckende Galerie an Klau-Werken

Chefredakteur Tim Wolff sagte Meedia.de, die Redaktion sei "obendrein begeistert, dass künftig beliebte heute Show-Figuren wie Gernot Hassknecht unbezahlte Kolumnen bei uns haben werden." Die Texte würde zwar weiterhin die "Titanic"-Mannschaft schreiben, "aber Gesicht und Namen verwenden wir natürlich gerne". Die eingestellte Galerie der laut "Titanic" geklauten Witze ist schon beeindruckend und legt den Verdacht nahe, dass sich die "heute-show" nicht nur beim "Siedler von Katan"-Klassiker Inspiration geholt hat. Klar ist: Witzischkeit ist Schwerstarbeit, und wenn gar nichts mehr geht, wird vielleicht mal zur Konkurrenz rübergelinst. Die "heute-show" ist seit Anfang Mai ja ebenfalls mit eigener Webseite unterwegs wie "Titanic" und "Der Postillon". Witze kennen ein Copyright, dabei kommt es natürlich auf die "Schöpfungshöhe" an. Das hat nichts mit Niveau zu tun. Die "heute-show" ist seit vergangener Woche in der Sommerpause. "Titanic" hat jedenfalls öffentlichkeitswirksam gezeigt, dass mit Witzen nicht zu spaßen ist.

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