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Satiremagazin "Titanic" : Und ewig lockt der Papst

27.07.2012 13:17 Uhrvon
Kein Grund zu klagen? Kussmünder und Kinderhände zeigt die "Titanic" in ihrer neuen Ausgabe auf der Soutane des Papstes. Die letzte Ausgabe war vom Landgericht Hamburg verboten worden. Foto: PromoBild vergrößern
Kein Grund zu klagen? Kussmünder und Kinderhände zeigt die "Titanic" in ihrer neuen Ausgabe auf der Soutane des Papstes. Die letzte Ausgabe war vom Landgericht Hamburg verboten... - Foto: Promo

Die letzte Ausgabe der "Titanic" hat der Papst verbieten lassen. Jetzt wagt das Satiremagazin einen neuen Versuch. Ob sich Benedikt XVI. davon wieder provoziert fühlt?

Die „Titanic“ versucht es erneut. Wenn an diesem Freitag die neue Ausgabe des Satiremagazins erscheint, ist wieder der Papst auf dem Titelbild zu sehen – in der gleichen Pose, wie in der Ausgabe zuvor, die Benedikt XVI. verbieten ließ. Dieses Mal ist auf Schritthöhe der Papst-Soutane jedoch kein großer gelber Fleck zu sehen, sondern ein Kussmund, dazu Abdrücke von mit Fingerfarbe beschmierten Kinderhänden, der Papst selbst hat eine rote Flüssigkeit an den Händen. Dazu die Überschrift: „Kein Grund zu klagen: Der Papst bleibt sauber“.

Ob sich der Vatikan davon erneut provoziert fühlt? Das Titelbild verweise nicht etwa auf die Missbrauchsskandale an Kindern in der katholischen Kirche, sagte „Titanic“-Chefredakteur Leo Fischer.

„Das Cover soll unsere Liebe und die Liebe der ganzen Welt zum Papst verdeutlichen und zeigen, dass er insbesondere ein großer Freund der Kinder ist.“ Das letzte Cover sei dagegen vom Vatikan „grotesk missverstanden“ worden. Aus dem vermeintlichen Missverständnis resultierte für das Magazin am Ende ein Verbot.

Anfang Juli erwirkte Papst Benedikt XVI. beim Landgericht Hamburg eine einstweilige Verfügung gegen die „Titanic“, die mit ihrem Titelbild auf den „Vatileaks“-Skandal angespielt hatte. Unter der Überschrift „Halleluja im Vatikan – Die undichte Stelle ist gefunden“ war Benedikt XVI. mit gelbem Fleck auf seinem weißen Gewand gezeigt worden, auf der Rückseite des Magazins war er von hinten zu sehen, mit einem großen braunen Fleck auf Gesäßhöhe.

Nicht zum ersten Mal brockt sich die "Titanic"-Redaktion Ärger ein:

Die Deutsche Bischofskonferenz bleibt dieses Mal aber zunächst gelassen und will sich die Ausgabe von Freitag erst mal ansehen. Auch die Bonner Anwaltskanzlei Redeker Sellner Dahs, die von Erzbischof Angelo Becciu im Namen des Papstes beauftragt worden ist, äußert sich vor Erscheinen der neuen Ausgabe nicht. Die „Titanic“ hatte gegen die einstweilige Verfügung Widerspruch eingelegt. „Wenn das Gericht nicht sämtliche Widerspruchsgründe für gegenstandslos befindet, gehen wir davon aus, dass es zur mündlichen Verhandlung kommt“, sagte Fischer. Noch stehe kein Termin fest.

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