Satirezeitschrift : "Charlie Hebdo" erscheint online auf Deutsch

Die französische Satirezeitschrift "Charlie Hebdo" wird künftig im Netz in deutscher Übersetzung zu lesen sein - auch als Beitrag zur Diskussion um Presse-, Kunst- und Meinungsfreiheit.

Gibt es Grenzen der Satire? Darf jeder Witz gerissen werden, wenn er als solcher gekennzeichnet ist?
Gibt es Grenzen der Satire? Darf jeder Witz gerissen werden, wenn er als solcher gekennzeichnet ist?Foto: dpa

Karikaturen und Texte der französischen Satirezeitschrift „Charlie Hebdo“ sind von diesem Freitag an in deutscher Übersetzung online abrufbar. Vier deutschsprachige Karikaturenmuseen reagierten mit der Freischaltung der Internetseite „museen-fuer-satire.com“ auf den Terroranschlag auf „Charlie Hebdo“ im vergangenen Januar, teilte das Caricatura-Museum Frankfurt am Main am Donnerstag mit. Beteiligt sind außerdem das Museum Wilhelm Busch in Hannover, das Cartoonmuseum Basel und die Caricatura-Galerie in Kassel.

Texte und Karikaturen aus 250 Heften

Im Einzelnen haben die Museen den Angaben zufolge 250 Hefte von „Charlie Hebdo“ der Jahrgänge 2010 bis 2015 durchgesehen. Dabei standen sie in Kontakt mit der Redaktion der Satirezeitschrift. Die ausgewählten Karikaturen sollen einen repräsentativen Überblick über die Hauptthemen Religion, Gesellschaft und Politik bieten.

Außerdem biete die Internetseite Informationen über die Zeitschrift, ihre Stellung in der französischen Gesellschaft und ihre Zeichner. Ferner gebe es einen umfassenden Medienspiegel zu den Reaktionen auf den Anschlag sowie über allgemeine Fragestellungen zu Karikatur und Satire.

Diskussion um Presse-, Kunst- und Meinungsfreiheit

Nach dem Anschlag gab es nach Angaben der Caricatura viele Anfragen an die Karikaturenmuseen. Die Präsentation auf der Internetseite sei auch eine Reaktion auf die Diskussion um Presse-, Kunst- und Meinungsfreiheit. Da „Charlie Hebdo“ nur wenigen im deutschsprachigen Raum bekannt sei, solle die Internetseite mit ihrer Übersetzung für Aufklärung sorgen. Um den Anspruch einer neutralen und wissenschaftlichen Aufarbeitung zu gewährleisten, hätten die Museen Wert auf eine zeitliche Distanz zu dem Anschlag gelegt. Das Vorhaben werde von der deutsch-französischen Einrichtung „Antenne Métropole“ unterstützt. sal/epd

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