Medien : Schattenseiten

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„Ich interessiere mich für die dunkle Seite des Fußballs“, sagt Mihir Bose und meint Dopingskandale, Bestechung, krumme Geschäfte und Gewalt durch Hooligans. Der Engländer schreibt seit elf Jahren für den „Daily Telegraph“, recherchiert Skandalgeschichten und deckt üble Machenschaften auf – nicht nur im Sport.

Auch im Fußball sucht Bose das Böse. Während der Weltmeisterschaft hat er noch kein finsteres Geheimnis lüften können – doch so manches in Deutschland kommt ihm seltsam vor. Die Berliner Taxifahrer zum Beispiel. „Sie kennen sich überhaupt nicht aus“, sagt Bose, „vielleicht, weil kaum einer von hier kommt?“ Sein erster Taxifahrer kam aus Sri Lanka und feuerte die deutsche Mannschaft an, der zweite war aus Afghanistan.

Mihir Bose selbst ist in England geboren und aufgewachsen – seine Eltern stammen aus Indien. Als typischer Engländer favorisiert er Cricket als „beste Sportart, die auf der Insel erfunden wurde“. Cricket beweise seit jeher „die hohe kulturelle Entwicklungsstufe des Empires“, sagt er – und muss selbst dabei lachen.

„Strange“ findet Bose auch die Art der Deutschen, Fußball zu gucken. Eine halbe Stunde vor Anpfiff seien die Straßen in England wie leer gefegt, weil alle zu Hause vorm Fernseher sitzen“, sagt er. Hier „rennen die Leute nach draußen und wollen unbedingt noch eine Kneipe erreichen, bevor es losgeht“. Aber auch etwas durchweg Gutes hat Bose an den Deutschen entdeckt: „Anders als wir Briten denken sie bei Fußball und England an das Wembley-Tor und nicht an ,World War‘“, sagt er. Und „sie haben es nicht nötig, ständig wild herumzuschreien, nur weil sie WM-Gastgeber sind.“ dal

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