Medien : Schatztruhe

„Gesicht Zeigen!“ präsentiert den „Medienkoffer für Zivilcourage“

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Wenn sich prominente Gesichter aus der deutschen Medienlandschaft ankündigen, fehlt es an öffentlichem Interesse nicht. So auch bei der Präsentation des neuesten Projekts von Gesicht Zeigen! am Donnerstag in Berlin: dem „Medienkoffer für Zivilcourage“.

Moderator Johannes B. Kerner war gekommen, um als Schirmherr ein Paket aus didaktischen Unterrichtsmaterialien vorzustellen, mit dem sich der Verein „Gesicht Zeigen!“ künftig gleichermaßen an Schüler und Lehrer richtet. Das Konzept: Mit Hilfe von Büchern, CDROMs, Videokassetten und DVDs sollen Jugendliche ermuntert werden, sich im Unterricht mit den vielen Facetten alltäglicher Diskriminierung auseinander zu setzen. Nebenbei sollen die Jugendlichen den Umgang mit den verschiedenen Medien lernen. Alphabetisch ist der Koffer geordnet, und hinter jedem Buchstaben verbirgt sich eine andere Idee. Hinter dem „Kampagnenpaket Gesicht Zeigen!“ verbirgt sich zum Beispiel die Möglichkeit, Fernseh- und Rundfunk-Spots gegen Rassismus zu entwerfen. Auch musikalisch können Schüler ihrer Fantasie freien Lauf lassen. Mit vorkomponierten Hip-Hop- und Rap-Beats können sie eigene Songs gegen Rechts produzieren. Ein Leitfaden erläutert den Lehrern, wie die einzelnen Angebote des „Medienkoffers“ genutzt werden können.

Der Verein Gesicht Zeigen! Aktion für ein weltoffenes Deutschland e.V. wurde vor zwei Jahren von Paul Spiegel, Vorsitzender des Zentralrats der Juden, seinem Stellvertreter Michel Friedman sowie Ex-Regierungssprecher Uwe-Karsten Heye gegründet. Er finanziert sich ausschließlich über Spenden und Mitgliedsbeiträge. „Bis Sommer wird das Geld noch reichen“, sagte Heye. 80 Euro kostet der Koffer – die Herstellungskosten sind dreimal so hoch. Es sei doch eine schöne Geschenkidee zu Weihnachten, schlug Heye vor und nahm die Wirtschaft in die Pflicht, einige Medienkoffer zu finanzieren.

Mit zahlreichen Kampagnen ist dies „Gesicht Zeigen!“ bereits gelungen. Die nach eigenen Angaben erfolgreichste Aktion, die „Flächenbrand“-Spots und -Anzeigen, wurden sowohl kostenlos gesendet als auch in Magazinen gedruckt. Von der Bundesregierung finanziell unterstützt konnte die Regisseurin Dorothee Wenner zudem zehn Experten für das Film- und Ausstellungsobjekt „Unser Ausland“ gewinnen, darunter den russischen Schriftsteller Wladimir Kaminer, der etwas über deutsche Männer und ihr Verhältnis zu russischen Frauen erzählt (vom 3. bis 20. Dezember 2002 in Berlin zu sehen). evk

Weitere Informationen unter:

www.gesichtzeigen.de

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