Medien : Schlag auf Schlag

Heiner Lauterbach im ZDF-Dreiteiler „In der Mitte eines Lebens“

Thilo Wydra

Ist es nicht fast schon ein Klischee, oder ist es wirklich das wahre Leben? Da steht man mitten im Leben, alles läuft gut, und dann schlägt das Schicksal zu. So jedenfalls geht es Andreas Ambach (Heiner Lauterbach). Als Pianospieler tingelt er mit seinen Kumpels Tom (Konstantin Wecker), „Sprudel“ (Heinrich Schafmeister) und „Billie“ (Gesche Tebbenhoff) durch die Lande. Zu Hause, im noblen München-Bogenhausen, komponiert er neue Opern. Derweil jettet seine viel beschäftigte Frau Constanze (Katja Flint) durch aller Herren Länder, während Sohnemann Florian (Simon Beckord) eigentlich der Erste ist, der die unsichtbaren Erschütterungen dieser Ehe wie ein Seismograph spürt und hinterfragt. Doch da ist es schon zu spät: Constanze eröffnet Andreas, dass sie sich trennen wird.

So weit, so schlecht. Das Gerangel ums Sorgerecht beginnt, in das sich Constanzes unbequemer Vater Legler (Michael Degen) noch mehr einmischt, als seine Tochter mit ihrem neuen Lover bei einem Autounfall ums Leben kommt. Andreas fängt wieder zu trinken an. Seine Musiker-Freunde wenden sich von ihm ab. Sein geistig verwirrter Vater Albert (Horst Buchholz) stirbt, und sein väterlicher Freund und Vaterersatz Esche (Vadim Glowna) hat Krebs.

„In der Mitte eines Lebens“ (ZDF, am Karfreitag, am 20. und 21. April, jeweils um 20 Uhr 15) ist ein ambivalentes Unterfangen. Der österliche ZDF-Dreiteiler von Bernd Fischerauer („Regina auf den Stufen“) versucht redlichst, Anspruch mit populärer Unterhaltung zu verbinden. Fischerauer spannt einen epischen Bogen, erzählt in dieser Tragödie vom Fall eines Mannes, dem es zuvor an nichts zu fehlen schien. Dass es freilich ein Happy End gibt, das gebietet das Gesetz der verantwortenden ZDF-Redaktion Unterhaltung.

„Les choses de la vie“ – „Die Dinge des Lebens“ heißt ein wunderbarer Film des französischen Altmeisters Claude Sautet von 1969. Von diesen will Bernd Fischerauer hier erzählen, und immerhin, zu größerem Teil gelingt ihm das auch.

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