Medien : Schlechte Stimmung bei Produzenten Leistungen der TV-Sender lassen zu wünschen übrig

Erst in dieser Woche gab es aus der Branche schlechte Nachrichten. Mit der Firma Zeitsprung musste eine der renommiertesten deutschen Filmproduktionsgesellschaften, die Filme wie „Das Wunder von Lengede“, „Frau Böhm sagt Nein“ oder „Contergan“ produziert hat, ihre Insolvenz bekannt geben.

Auch andere Film- und Fernsehproduzenten schätzen ihre wirtschaftliche Situation nicht besser ein als noch vor zwei Jahren – trotz der besseren Auftragslage. Das zeigt eine am Freitag veröffentlichte Mitglieder-Befragung (die dritte seit 2009) der deutschen Produzentenallianz, der rund 220 Firmen angehören.

Lediglich 47 Prozent der Mitglieder und damit nur ein Prozent mehr im Vergleich zu 2009, bewerten ihre aktuelle Lage positiv, heißt es von der in Berlin ansässigen Vereinigung der Produzenten. Der Anteil der negativen Einschätzungen sei im Vergleich zu 2009 sogar von 17 auf 21 Prozent gestiegen. Der Blick in die Zukunft fiel bei der Befragung jedoch positiver aus: 57 Prozent sehen die Lage demnächst rosiger.

Als größtes Problem sehen die Produzenten nach wie vor die ungenügende Vergütung ihrer Leistungen an, heißt es von der Allianz. Betroffen seien vor allem Unternehmen, die für das Fernsehen oder die Werbung produzierten. Mit den beiden öffentlich-rechtlichen Sendern ARD und ZDF hatten die Produzenten im vergangenen Jahr eine Eckpunkte-Vereinbarung mit Regelungen geschlossen, die sie unter anderem bei der Weitervermarktung ihrer Produkte stärker beteiligen sollte. Die finanziellen Leistungen der Sender lassen laut Verband dennoch zu wünschen übrig. Zeitsprung ist nach Angaben von Geschäftsführer Michael Souvignier in eine finanzielle Schieflage gebracht worden, weil drei große Produktionen, die ursprünglich dieses Jahr hätten realisiert werden sollen, auf 2012 verschoben worden seien. sop/dpa

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