Medien : Schleichwerbung beim European Song Contest?

Ulrike Simon

Die Übertragung des European Song Contests hat ein Nachspiel. Fernsehzuschauern ist nämlich aufgefallen, dass in den Einspielfilmchen über den Gastgeber Griechenland immer wieder diese schwarze Silhouette vor knallbuntem Hintergrund auftauchte. Nur für den Bruchteil einer Sekunde blitzte sie auf – kaum merkbar bei den meist sehr schnell geschnittenen Filmen. Einige Zuschauer erkannten jedoch die tanzende, Musik hörende Silhouette aus der ipod-Werbung von Apple – und beschwerten sich bei der ARD. Die „nationale Aufgabe, „Szenen und Bilder aus Griechenland“ zu zeigen, hätten „die bekanntesten Werbefilmer und Komponisten“ übernommen, hieß es bei der Übertragung am Sonnabend. Was aber hatten die ipod-Werbebilder darin zu suchen? Zahlte Apple dafür? Wenn ja: wie viel?

Der zuständige Norddeutsche Rundfunk hatte auf die Live-Übertragung keinen Einfluss. Er hat sie von der EBU übernommen, der European Broadcasting Union, zu der sich Europas Rundfunkanstalten zusammengeschlossen haben. Eine der Richtlinien lautet: Werbung ist verboten. Der NDR hat nun an die EBU eine Anfrage gestellt. Die EBU hat sie mit der Bitte um Stellungnahme weitergeleitet an das griechische Fernsehen, das die Eurovisions-Sendung produziert hat. „Wir rechnen in zwei bis drei Tagen mit einer Antwort“, sagte NDR-Sprecherin Iris Bents am Dienstag dem Tagesspiegel.

Subliminale Werbung wird diese Reklameform genannt. Erstmals testete sie ein Forscher 1957 in einem New Yorker Kino. Immer wieder blendete er die Texte „Iss Popcorn“, „Trink Cola“ ein – so schnell, dass es die Zuschauer kaum bewusst registrierten. Der Popcorn- und Cola-Verkauf soll in diesem Kino daraufhin sprunghaft angestiegen sein.

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