Medien : „Schloss Einstein“: 400 Folgen und kein Schluss

Kerstin Leppich

Kinderserien gibt es viele. Doch kaum einer ist so ein Erfolg beschieden wie „Schloss Einstein“. Das Produkt von ARD und Kinderkanal feiert heute seine 400. Folge und ist damit weltweit die längste fiktionale, wöchentlich ausgestrahlte Kinderserie. In der Jubiläumsfolge steht nicht das Leben im Schulinternat im Mittelpunkt, sondern eine James-Bond-Persiflage mit den Einstein-Lehrern. Beim unausweichlichen Happy End lassen die Mädchen den bösen Dr. Guppy alias Schulleiter Dr. Stollberg (Wilfried Loll) dank eines Gehorsamselixiers hin und her hüpfen. Das mag Erwachsenen vielleicht albern erscheinen, den Humor der Kinder trifft es. Einmal das Machtgefüge auf den Kopf stellen – welches Kind träumt davon nicht?

Inspiriert vom Erfolg des „Marienhof“ entwickelte die ARD Ende der 90er Jahre ein an die Daily Soaps angelehntes Konzept für Kinder. Was entstand, war die quotenträchtige Serie „Schloss Einstein“, die nicht nur im Kika, sondern auch in elf weiteren Ländern läuft. 80 weitere Folgen sind in Planung.

Das Erscheinungsbild der Serie hat sich seit den Anfängen stark verändert: Die heutigen Einstein-Schüler wirken älter als noch die erste Generation, die Mädchen schminken sich, tragen enge Jeans und große Ohrringe. Hatte die erste Staffel noch sehr den Charme eines Landschulheims, so erinnert die Optik stärker an das Design der Daily Soaps.

Das Grundkonzept hat sich nicht geändert. Im Mittelpunkt stehen Kinder im Alter von 11 bis 14 Jahren. Zuschauer und Darsteller sind etwa im gleichen Alter. Die Serie eröffnet den Kindern eine eigene Welt, in der sie sich wiederfinden können. Ein abgeschlossenes System ist dieses „Schloss Einstein“, in dem die Schüler ihre Probleme selbstständig und miteinander lösen.

Kinderfernsehen mit einer guten Portion Seifenoper, Figuren mit Identifikationscharakter, schnell lösbaren Konflikte plus ein gut funktionierendes Merchandising – das ist „Schloss Einstein“. Ende offen.

„Schloss Einstein“, 17 Uhr 20, Kika

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