Medien : Schöner die Tasten nie klingen

Rahmen für Handy-Fotos, Laserpointer für große Säle, DVD-Player für die U-Bahn, Musik für Tüftler, Navigation für jedermann

Lars Spannagel

Die Erfahrung bei Weihnachtsgeschenken lehrt: Digitale Geschenke gehen immer. Doch was tun, wenn jeder schon einen MP3-Player, eine Digitalkamera oder einen DVD-Player im Wohnzimmer hat? Hier aus der Vielfalt der Angebote ein paar Geschenke-Tipps für neue und etwas abseitigere High-Tech-Geräte.

VIEL FAMILIE IN EINEM RAHMEN

Vorbei ist die Zeit, als Bilder unserer Vorfahren jahrzehntelang an den Wänden verstaubten. Auch die Strandbilder von 2006 sind 2007 dann doch schon Schnee von gestern – Abwechslung muss sein. Der digitale Bilderrahmen von „Parrot“ verhindert Langeweile auf dem Schreibtisch. Mit dem Handy aufgenommene Fotos schickt man per Bluetooth einfach an den Rahmen, der passt das Foto an und zeigt es sofort auf dem Display. Die Fotos können ruhig bunt sein, der Bilderrahmen kann 262 144 Farben darstellen. In den 32 Megabyte großen Speicher passen mehr als 100 Bilder im JPEG-Format, die auch als Diashow angezeigt werden können. Anstatt den Schreibtisch mit Bilderrahmen vollzustellen, reicht jetzt also ein Gerät, um sich seine Kinder, Enkel, Frauen, Ex-Frauen, Pferde, Hunde, Katzen und Autos in rasender Folge anzusehen. Preis: um 180 Euro, weitere Infos im Internet unter www.parrot.biz.

DER GRÜNE PUNKT

Wer kennt das nicht? Der wichtige Vortrag, das große Auditorium, die entscheidende Stelle in der Präsentation – und dann sieht man den Laserpointer in den hinteren Reihen nicht mehr. Und das nur, weil er rot ist. Abhilfe schafft ein grü ner Laserpointer , der ist 13-mal besser zu erkennen als ein roter. Das hängt mit der kürzeren Wellenlänge eines grünen Lasers zusammen, für die das menschliche Auge sehr viel empfindlicher ist. So ist der Lichtpunkt des Pointers auch im noch so großen Saal zu erkennen. Dafür verbraucht er wesentlich mehr Energie, bei langen Vorträgen sollte man reichlich Ersatzbatterien einpacken. Leider ist ein grüner Laserpointer auch wesentlich stoßempfindlicher als ein roter. Für allzu zerstreute Menschen, die gerne mal ihre Unterlagen beim Gestikulieren vom Rednerpult fegen, ist dieses Geschenk also nichts. Andererseits: Bei „Star Wars“ hatten die Guten auch immer grüne Laserschwerter, die Bösen mussten sich mit roten begnügen. Preis: 79 Euro, Infos unter www.laserpointer4u.de.

FILME IN DER U-BAHN

In Cafés wird im Internet gesurft, im Bus knallt Rap aus Mini-Lautsprechern, warum also nicht in der U-Bahn DVDs anschauen? In New York sieht man das überall. Gut, mit der Linie A braucht man vom Flughafen J.F.K. bis Harlem zwar ziemlich lange. Die U7 zuckelt von Spandau bis Rudow aber auch eine ganze Weile. Mit dem tragbaren DVD-Player von Panasonic vergeht die Zeit im Untergrund wie im Fluge – je nach Film, natürlich. An dem großen, ausklappbaren Bildschirm mit gut 22 Zentimetern Bilddiagonale verdirbt man sich nicht die Augen, das Gewicht von 1,25 kg (mit Batterie) ist auch noch vertretbar. Und wem der öffentliche Luxus unangenehm ist, der schließt das Gerät im Auto an. Ein Adapter für den Zigarettenanzünder wird mitgeliefert. Dann kann auch der Nachwuchs auf den Rücksitzen mitgucken. Eine Autositzbefestigung ist mit dabei sowie ein Anschluss für zwei Kopfhörer. Preis: um 350 Euro, bei www.panasonic.de.

JEDER KANN DIETER BOHLEN SEIN

Ein Geschenk für Musikfans und Möchtegern-Komponisten: der Magix Music Maker 2007 XXL. Mit der Kombination aus Software und Keyboard kann man professionell Musik einspielen, arrangieren und produzieren. Wer faul ist, mixt einfach ein paar der 3000 mitgelieferten Loops und Samples zusammen. Auf dem Keyboard – per USB-Kabel an den Rechner geschlossen – lassen sich nicht nur klassische Klaviertöne spielen, sondern auch Instrumente mit geheimnisvollen Bezeichnungen: Ufo Bass, Acid Sawtooth, Electrobody Attack. Ist die gewünschte Melodie eingespielt, bieten sich etliche Soundeffekte an. Schon klingt das Lied wie in einer Kathedrale aufgenommen. Oder unter Wasser. Oder von einem Roboterchor gesungen. Der Produzent kann allein zwischen zwei verschiedenen Telefonzellen-Effekten wählen. Abgemischt und gemastert, fertig. Die Komposition kann man dann per Podcast ins Netz stellen oder auf CD brennen. Bis der Beschenkte alle Funktionen des Programms ausprobiert hat, wird er monatelang beschäftigt sein. Preis: um 160 Euro, mehr unter www.magix.net.

KEINE STAUS UND UMWEGE MEHR

Stressfreieres Autofahren garantiert ein Navigationsgerät. „Ich habe mich verfahren“ – gilt heute sowieso fast schon nicht mehr als Entschuldigung, wenn man zu spät kommt. „Ich stand im Stau“ genauso wenig. Denn es gibt inzwischen mobile Navigationssysteme , mit denen man jedes noch so alte Auto aufrüsten kann. Zum Beispiel den „StreetPilot c550“ von Garmin. Mit einem Saugnapf pappt man das Gerät gegen die Frontscheibe oder ans Armaturenbrett, die mitgelieferten Straßenkarten von Zentral- und Westeuropa reichen zumindest für den Ausflug über die Feiertage. Per Touchscreen gibt man Ziel und die bevorzugte Route ein, das Gerät kontrolliert während der Fahrt über den Verkehrsfunk, ob es unterwegs Staus geben könnte und leitet – falls nötig – an ihnen vorbei. Dabei sagt es auch Straßennamen an, was insbesondere die Navigation in Großstädten erleichtert. Integriert im StreetPilot sind auch ein MP3-Player mit 500 Megabyte Speicher und eine Freisprechanlage, die sich per Bluetooth mit den meisten gängigen Handys verbinden lässt. Am Ende der Fahrt löst man den Saugnapf und nimmt den Kopiloten mit nach Hause oder sperrt ihn per Codeword für unbefugte Benutzer. Preis: um 330 Euro, Infos unter www.garmin.de.

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